Ethereum ist bei Kalshi einen Schritt weiter. XRP nicht. Die US-Börse hat am 4. Juni regulierte Ethereum-Perpetual-Futures gestartet, während der geplante XRP-Kontrakt weiter auf separate Prüfung wartet. Für XRP geht es damit um mehr als ein neues Produkt: Es geht um regulierte Marktstruktur in den USA.
Ethereum startet, XRP bleibt in Prüfung
Kalshi baut sein Krypto-Derivateangebot über Bitcoin hinaus aus. Ethereum-Perpetuals sind nun live, nachdem zuvor bereits Bitcoin-Kontrakte eingeführt wurden. XRP rückt dadurch zwar näher an den regulierten US-Derivatemarkt heran, erhält aber keine automatische Freigabe.
Neben XRP stehen auch Solana, Dogecoin und Hedera in der nächsten Prüfrunde für mögliche Perpetual-Futures. Genau diese Trennung ist wichtig. Jeder Kontrakt braucht eine eigene regulatorische Beurteilung.
Perpetual Futures haben keinen festen Verfall. Funding-Zahlungen sollen dafür sorgen, dass Kontraktpreis und Spotpreis eng beieinander bleiben. Deshalb prüft die Aufsicht besonders genau, ob Liquidität und Marktstruktur dafür reichen.
Was im XRP-Kontrakt steht
KalshiEX hat den geplanten XRP Perpetual Future unter dem Kürzel XRPPERP bei der CFTC selbst zertifiziert. Grundlage ist Regulation 40.2(a). Der Kontrakt soll fortlaufend gelistet werden.
Als Referenz dient der Spotpreis von einem XRP in US-Dollar. Der Preisindex wäre der CME CF XRP-Dollar Real Time Index, geliefert von CF Benchmarks. Der Handel soll rund um die Uhr laufen, vorbehaltlich möglicher Börsenstopps.
Die Handelseinheit liegt bei einem XRP. Die Mindestpreisänderung beträgt 0,0001 US-Dollar pro XRP. Die Positionskontrolle greift ab einem Mark-to-Market-Wert von 5 Millionen US-Dollar.
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Kalshi plant Funding-Berechnungen für Intervalle mit Endpunkten um 00:00 Uhr, 08:00 Uhr und 16:00 Uhr Eastern Time. Damit folgt das Produkt der typischen Logik von Perpetual-Kontrakten, aber in einem regulierten US-Rahmen.
Warum die CFTC bremst
Die CFTC prüft solche Produkte nicht pauschal. Bei Kalshis Bitcoin-Perpetuals beschränkte die Behörde ihre Analyse auf den BTCPERP-Kontrakt und ähnlich strukturierte Produkte. Entscheidend sind tiefe, aktive und dauerhaft handelbare Spotmärkte.
Das erklärt, warum XRP trotz Ethereum-Start weiter separat behandelt wird. Kalshi argumentiert, dass XRP und vergleichbare digitale Assets global und kontinuierlich handeln. Die Aufsicht muss diese Annahme für XRPPERP dennoch eigenständig bewerten.
Kalshi stellt XRP-Perpetuals auch als Werkzeug für Absicherungen dar. Genannt werden Spotbestände, Treasury-Bestände und Zahlungsströme. Dazu kommen Market Making, Trust- und ETF-Engagement sowie besicherte Kreditgeschäfte.
Der Markt liefert dazu kein euphorisches Signal. XRP notiert bei 1,16 US-Dollar, verlor binnen sieben Tagen 11,65 Prozent und liegt seit Jahresbeginn 38,19 Prozent im Minus.
Die CFTC-Frage trifft also auf einen schwachen Chart, nicht auf eine bereits laufende Neubewertung. Der Coin handelt nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,14 US-Dollar; der RSI von 22,9 signalisiert eine stark überverkaufte Lage.
Der nächste klare Impuls liegt beim Umgang der CFTC mit XRPPERP. Eine Freigabe würde XRP einen regulierten, cash-settled Perpetual-Future in den USA geben. Bis dahin bleibt Ethereum der sichtbare Fortschritt bei Kalshi, während XRP weiter in der Prüfung steckt.
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