Eine Friedensmeldung aus dem Nahen Osten und eine institutionelle Rotation weg von Bitcoin haben XRP innerhalb weniger Tage um 13 Prozent nach oben getrieben. Dann kam die Wand.
Bei 1,28 Dollar stoppte der Anstieg abrupt. Die psychologische Marke von 1,30 Dollar — die gleichzeitig mit dem 50-Tage-EMA bei 1,2831 Dollar zusammenfällt — erwies sich als zu starker Widerstand. Gewinnmitnahmen drückten den Kurs zurück auf rund 1,24 Dollar. Aktuell notiert XRP bei 1,22 Dollar, rund 35 Prozent im Minus seit Jahresbeginn.
Volumen springt, Kurs stagniert
Das Handelsvolumen während der Rally war beachtlich. Über 180 Millionen XRP wechselten den Besitzer. Im Derivatemarkt stieg das Volumen um 133 Prozent auf 4,26 Milliarden Dollar. Short-Liquidationen summierten sich auf knapp 7 Millionen Dollar.
Technisch gilt jetzt das Fibonacci-Retracement-Level bei 1,2440 Dollar als entscheidender Pivot. Hält die unmittelbare Unterstützung bei 1,20 Dollar nicht — gestützt durch den 20-Tage-EMA bei 1,2094 Dollar — droht ein Rückfall auf das Junittief bei 1,10 Dollar. Gelingt dagegen der Ausbruch über 1,30 Dollar, nennen Analysten Folgeziele bei 1,38, 1,59 und 2,00 Dollar.
Institutionen kaufen, Wale halten
Trotz der Kursschwäche fließt institutionelles Kapital weiter in XRP-Spot-ETFs. In der zweiten Woche in Folge verzeichneten diese Produkte positive Nettozuflüsse von zusammen 10,68 Millionen Dollar. Die kumulierten Zuflüsse seit Auflegung liegen bei 1,44 Milliarden Dollar. Der Mai 2026 war dabei der stärkste Monat mit 131,94 Millionen Dollar an neuem Kapital.
Parallel dazu zeigen On-Chain-Daten eine auffällige geografische Verschiebung. Der Anteil der südkoreanischen Börse Upbit an der XRP-Wallet-Aktivität sprang binnen 48 Stunden von 13 auf 31 Prozent. Diese Liquidität aus Asien hatte den initialen Ausbruch über 1,20 Dollar erst ermöglicht.
Großinvestoren nutzen die Volatilität zum Aufbau. Wallets mit mehr als einer Million XRP kontrollieren mittlerweile 74,1 Prozent des umlaufenden Angebots — rund 45,98 Milliarden Token. In den vergangenen sechs Monaten haben diese Adressen 1,53 Milliarden XRP akkumuliert. Eine Konzentration, die langfristige Halteabsichten signalisiert, aber auch Kursrisiko birgt, falls größere Positionen nahe Widerstandszonen aufgelöst werden.
Ripple baut Ökosystem aus
Ripple investiert weiter in die Nutzbarkeit des XRP Ledgers. Am 16. Juni beteiligte sich das Unternehmen an der Series-E-Finanzierungsrunde des afrikanischen Zahlungsdienstleisters Flutterwave, der mit 3,2 Milliarden Dollar bewertet wird. Ziel ist die Integration des RLUSD-Stablecoins als Abwicklungswährung in 34 afrikanischen Märkten.
Technisch hat der XRP Ledger auf Version 3.2.0 aktualisiert. Das Update reduziert den RAM-Verbrauch um 30 bis 40 Prozent. Außerdem wurde die Kernsoftware von „Ripple Daemon“ in „XRPL Daemon“ umbenannt — ein Signal, das die Unabhängigkeit des dezentralen Ledgers von Ripple Inc. betonen soll und in den USA regulatorische Bedeutung haben könnte.
Den nächsten Impuls liefert das FOMC-Meeting am heutigen Mittwoch. Eine überraschend hawkishe Fed würde den Risikoappetit im gesamten Kryptomarkt dämpfen — und XRP näher an die kritische 1,20-Dollar-Marke schieben.
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