Das XRP Ledger hat seine Kernsoftware auf Version 3.2.0 aktualisiert — und dabei gleich den Namen geändert. Aus rippled wird xrpld. Das klingt nach Kleinkram, betrifft aber jeden, der Infrastruktur auf dem Ledger betreibt.
Was sich konkret ändert
Das Rebrand trat am 15. Juni 2026 in Kraft. Betroffen sind Konfigurationspfade, Datenbankverzeichnisse, Server-Metadaten und Versionsnamen. Validator-Betreiber, Node-Operatoren und Entwickler müssen ihre Skripte und Monitoring-Systeme anpassen.
Neben der Umbenennung bringt das Update das fixCleanup3_2_0-Amendment. Es bündelt Fixes für Single Asset Vaults, das Lending Protocol, tokenisierte Assets und permissioned Märkte — Bereiche, die vor allem für institutionelle Anwendungsfälle relevant sind. Neu hinzu kommen außerdem Invarianzprüfungen, die verhindern sollen, dass gelöschte Accounts Artefakte im Ledger hinterlassen.
Für Entwickler interessant: Anwendungen können künftig XRP-Ledger-Protokollinformationen abrufen, ohne einen laufenden Server zu betreiben. Das vereinfacht Wallet-Integrationen, Blockchain-Explorer und automatisierte Tools erheblich.
Netzwerk läuft auf Hochtouren
Das Update trifft auf ein aktives Netzwerk. Am 15. Juni verarbeitete das XRP Ledger knapp 900.000 Transaktionen. Am Folgetag waren es rund 770.000, bei einem Spitzendurchsatz von 23,49 Transaktionen pro Sekunde. Zahlungen allein lagen an beiden Tagen bei jeweils über 400.000.
Das gibt dem technischen Upgrade einen praktischen Rahmen. Die Infrastruktur wird nicht im Leerlauf modernisiert, sondern unter echter Last.
Kurs bleibt schwach
Am Markt zeigt XRP wenig Reaktion. Der Token notiert bei 1,19 US-Dollar — rund 67 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Dollar. Seit Jahresbeginn hat XRP mehr als ein Drittel seines Wertes verloren. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,56 Dollar liegt deutlich über dem aktuellen Kurs.
Das Update ist technischer Natur, kein Marketingereignis. Ob steigende Netzwerknutzung und stabilere Infrastruktur mittelfristig in nachhaltige Nachfrage münden, hängt davon ab, wie viele der angestrebten institutionellen Anwendungsfälle tatsächlich auf dem Ledger landen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Nutzerzahlen das Niveau der vergangenen Tage halten können.
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