Entwickler des XRP Ledger haben heute vier Änderungen vorgeschlagen, die den Zugang zu zugangsbeschränkten Token strenger absichern sollen. Sie sollen verhindern, dass solche Token ohne Zustimmung des Herausgebers auf Konten gelangen.
Für XRP-Anleger ist die Abgrenzung entscheidend: Die Vorschläge sind noch nicht aktiv. Die XRP Ledger Foundation bezeichnet die Arbeiten als routinemäßige Protokollhärtung und nicht als Reaktion auf einen Sicherheitsvorfall.
Vorschlag ist noch keine Aktivierung
Medienberichten zufolge sind die Änderungen unter der Bezeichnung fixCleanup3_5_0 zusammengefasst. Sie wurden bislang weder in die Software übernommen noch aktiviert. Der Vorschlag beschreibt damit einen geplanten Eingriff in die Protokollregeln, keine bereits wirksame Neuerung.
Nach Angaben der XRP Ledger Foundation sind ihr keine durch Ausnutzung von außen entstandenen Guthaben bekannt. Das ist eine begrenzte Aussage zum bekannten Sachstand. Sie bedeutet nicht, dass die vorgeschlagenen Änderungen bereits umgesetzt wären oder ein Aktivierungstermin feststünde.
Für eine Aktivierung müssten mehr als 80% der vertrauenswürdigen Validatoren den Änderungen über zwei aufeinanderfolgende Wochen zustimmen. Zwischen dem Vorschlag der Entwickler und verbindlichen Netzwerkregeln liegt damit noch ein eigener Zustimmungsschritt. Für Anleger zählt deshalb nicht nur die Ankündigung, sondern auch der weitere Freigabestatus.
Frühere Änderung wartet ebenfalls auf Zustimmung
Wie relevant diese Hürde ist, zeigte bereits ein anderer Änderungsvorschlag. Am 22. Oktober fiel die Unterstützung der Validatoren für fixCleanup3_4_0 kurzzeitig zurück. Dadurch begann die erforderliche Zustimmungsfrist erneut.
Die erwartete Aktivierung verschob sich damit auf November. Diese frühere Änderung war zum damaligen Berichtsstand ebenfalls noch nicht aktiv. Sie ist von dem heute vorgestellten Paket zu unterscheiden: Die beiden Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Vorschläge und dürfen nicht als ein bereits abgeschlossenes Update behandelt werden.
Der frühere Vorgang verdeutlicht die Bedeutung des Freigabeverfahrens. Auch eine erwartete Aktivierung kann sich verschieben, wenn die notwendige Unterstützung nicht durchgehend besteht.
Binance-Vorfall betrifft eine andere Sicherheitsebene
Zusätzliche Bedeutung erhält die Einordnung durch den gestrigen Sicherheitsvorfall bei Binance. Dieser wurde der Sicherheit der Handelsplattform zugeschrieben, nicht einer Ausnutzung des XRP Ledger. Die vorgeschlagene Protokollhärtung ist deshalb nicht als Reparatur eines durch diesen Vorfall nachgewiesenen Ledger-Angriffs einzuordnen.
Binance erklärte heute, die Untersuchung habe zu einem kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs und unautorisierten Auszahlungsaufträgen geführt. Hinweise auf offengelegte private Wallet-Schlüssel habe das Unternehmen nicht gefunden. Binance erklärte zudem, Kundengelder seien sicher und bestätigte Verluste würden übernommen.
Für XRP-Anleger bleiben damit zwei getrennte Sachverhalte: ein Sicherheitsvorfall bei einer Handelsplattform und geplante strengere Regeln im Netzwerk. Die heutige Ledger-Nachricht betrifft die vorbeugende Absicherung. Ihre praktische Wirkung setzt jedoch erst nach der erforderlichen Zustimmung und Aktivierung ein.
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