Starke Partnerschaften, schwache Kurse. Bei Ripple klaffen technischer Fortschritt und Marktrealität weit auseinander. Der Entwickler hinter dem XRP-Ledger treibt neue Anwendungsfälle für künstliche Intelligenz voran. Der Token selbst kämpft derweil ums nackte Überleben.
KI-Zahlungen und neue Stablecoins
Ripple hat ein neues Werkzeug für Entwickler veröffentlicht. Das XRPL AI Starter Kit ermöglicht autonome Zahlungen für KI-Agenten. Diese Programme können künftig Dienstleistungen selbstständig mit XRP oder dem Stablecoin RLUSD bezahlen. Mastercard unterstützt das Projekt mit seinem neuen Service für Maschinen-Zahlungen.
Parallel dazu baut Ripple seine Infrastruktur in Lateinamerika aus. Die Kryptobörse Bitso integriert ihren an den mexikanischen Peso gekoppelten Stablecoin MXNB auf dem XRP-Ledger. Das Ziel: schnellere grenzüberschreitende Zahlungen für Unternehmen.
Netzwerkaktivität bricht ein
Die technischen Fortschritte verpuffen am Markt völlig. Die On-Chain-Daten zeigen einen massiven Einbruch der Netzwerkaktivität. Die durchschnittlichen Transaktionsgebühren der letzten 90 Tage sind seit dem Hoch im Februar 2025 um 91,5 Prozent abgestürzt. Das signalisiert eine drastisch gesunkene Nachfrage.
Ein Blick auf den Kurs bestätigt das düstere Bild. XRP notiert aktuell bei 1,11 US-Dollar. Auf Monatssicht hat der Token rund 25 Prozent an Wert verloren. Das 52-Wochen-Tief bei 1,05 US-Dollar rückt gefährlich nahe.
Viele Anleger werfen offenbar das Handtuch. Das realisierte Gewinn-Verlust-Verhältnis ist auf 0,38 gefallen. Anleger verkaufen einen Großteil der bewegten Coins aktuell weit unter dem Kaufpreis. Marktbeobachter werten dieses Muster oft als Kapitulationsphase.
Institutionelles Interesse als Stütze
Ein kleiner Lichtblick kommt von institutionellen Investoren. XRP-gebundene Anlageprodukte verzeichneten zuletzt leichte Zuflüsse von gut einer Million US-Dollar pro Tag. Die CME Group hat kürzlich neue Krypto-Index-Futures gestartet. Diese umfassen neben Bitcoin und Ethereum auch XRP.
Auf technischer Seite steht das Netzwerk vor einem wichtigen Update. Die kommende Software-Version soll den Speicherbedarf der Knotenpunkte um rund 40 Prozent senken. Fällt der Kurs unter die kritische Marke von 1,05 US-Dollar, drohen weitere Abverkäufe. Hält die Unterstützung, könnte das anstehende Update neue Impulse liefern.
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