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XRP: Robinhood öffnet britischen Krypto-Handel

Robinhood erweitert XRP-Handel in Großbritannien, während der CLARITY Act verschoben wird. Der Kurs bleibt nahe der Ein-Dollar-Marke, trotz positiver ETF-Zuflüsse.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Robinhood startet Krypto-Handel in UK
  • CLARITY Act auf September verschoben
  • XRP notiert nahe 52-Wochen-Tief
  • ETF-Zuflüsse bleiben trotzdem positiv

Neue Kunden in Großbritannien, aber keine Erholung an der Marke von einem Dollar. XRP bekommt einen frischen Vertriebskanal, während die Marke technisch und regulatorisch unter Druck bleibt. Der Fall zeigt, wie wenig Zugang zu neuen Märkten aktuell zählt, wenn die großen Fragen ungeklärt bleiben.

Robinhood hat den Krypto-Handel für britische Kunden freigeschaltet. XRP gehört zu den mehr als 50 unterstützten digitalen Assets. Der Service läuft über Bitstamp UK, eine Robinhood-Tochter, und verzichtet auf Handels- und Verwahrungsgebühren.

Möglich wurde der Schritt durch die Registrierung von Robinhood bei der britischen Finanzaufsicht FCA am 31. Juli 2026. Für XRP bedeutet das zusätzliche Reichweite in einem regulierten Markt.

Regulatorischer Rückschlag in den USA

Der Fortschritt in Großbritannien trifft auf einen Rückschlag in Washington. Der CLARITY Act, das zentrale Gesetzesvorhaben für die regulatorische Einordnung von XRP in den USA, wurde am 10. August 2026 auf Mitte September verschoben. XRP verlor auf diese Nachricht hin fast 5 Prozent.

Der Senat wollte vor der Sommerpause abstimmen. Die Abgeordneten kehren erst Mitte September zurück.

Mehrheitsführer John Thune will laut Berichten trotzdem noch vor der Pause einen Antrag auf Verfahrensabschluss einbringen. Das würde den CLARITY Act für eine Verfahrensabstimmung nach der Rückkehr des Senats positionieren — ein Signal, dass die republikanische Führung das Gesetz weiter priorisiert. Die nötigen Stimmen fehlen aktuell aber. Mehrere republikanische Senatoren haben Bedenken zu einzelnen Punkten angemeldet, vor allem zu Stablecoin-Vergünstigungen und Ethikregeln für Amtsträger mit Krypto-Beteiligungen.

Kurs klebt an der Ein-Dollar-Marke

XRP notiert aktuell bei 1,01 US-Dollar und damit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief vom 26. Juni. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag die Marke noch bei 3,35 Dollar. Der Abstand zum Jahreshoch beträgt inzwischen fast 70 Prozent.

Die Charttechnik liefert wenig Hoffnung auf kurzfristige Besserung. XRP notiert unter allen vier gängigen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,08 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,31 Dollar — beide fungieren aktuell als Widerstand statt als Unterstützung.

Der RSI auf Tagesbasis liegt bei rund 38 und damit unter seinem Signaldurchschnitt. Das deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck hin, nicht auf eine bevorstehende Trendwende.

Auch der Wettmarkt Polymarket rechnet nicht mit schneller Erholung. Die Plattform sieht eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent, dass XRP im August auf 1 Dollar oder darunter fällt. Nur etwa 13 Prozent der Wetten setzen auf einen Anstieg auf 1,20 Dollar oder höher.

XRP hat die Marke von 1 Dollar diese Woche bereits zweimal verteidigt. Allerdings kam jede Erholung mit schwächerer Überzeugung als die vorherige. Ob das Niveau bis September hält, dürfte von der Bitcoin-Entwicklung, Makrodaten und dem Ausgang der Senatsverhandlungen abhängen.

ETF-Zuflüsse bleiben positiv

Trotz der schwachen Kursentwicklung ziehen sich institutionelle Anleger nicht zurück. Die kumulierten Netto-Zuflüsse in XRP-ETFs liegen bei 1,51 Milliarden Dollar. Die Flüsse haben sich gegenüber früheren Höchstständen zwar deutlich abgekühlt, sind aber nicht ins Negative gedreht.

Diese Entwicklung wirkt wie ein Gegengewicht zur technischen Schwäche. Institutionelles Kapital bleibt offenbar investiert, auch wenn der Kurs seit Jahresbeginn fast 45 Prozent verloren hat.

Die kommenden Wochen entscheiden, welche der beiden Kräfte überwiegt: der regulatorische Stillstand in den USA oder die stetigen institutionellen Zuflüsse. Die nächste Senatssitzung Mitte September zum CLARITY Act gilt als nächster möglicher Auslöser für eine Stimmungsänderung.

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Diskussion zu XRP

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.