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XRP: Neun Wochen ETF-Zuflüsse bei 1,48 Milliarden

Trotz neuer Rekordzuflüsse in XRP-ETFs bleibt der Tokenkurs schwach. Analysten sehen die entscheidende Zone zwischen 1,14 und 1,20 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neun Wochen Kapitalzuflüsse in XRP-ETFs
  • Kurs kämpft unter gleitenden Durchschnitten
  • MVRV-Kennzahl zeigt hohe Verluste der Halter
  • Widerstand bei 1,20 Dollar als Schlüsselmarke

Neun Wochen in Folge fließt frisches Kapital in XRP-Spot-ETFs. Der Kurs des Tokens dagegen kommt nicht vom Fleck. Diese Diskrepanz zwischen institutionellem Kaufinteresse und schwacher Marktstimmung prägt XRP gerade wie kaum ein anderer Faktor.

In der vergangenen Woche flossen 17,19 Millionen Dollar netto in die Fonds. Die Kumulierte Summe seit Auflage liegt mittlerweile bei rund 1,48 Milliarden Dollar. Allein im Juni kamen mehr als 62 Millionen Dollar hinzu – und das trotz eines Marktumfelds, das Anlegern wenig Mut macht.

Ausbruchsversuch scheitert an Verkäufern

Anfang der Woche testete XRP die Marke von 1,14 Dollar und durchbrach sie kurzzeitig mit starkem Volumen. Käufer trieben den Kurs bis auf 1,158 Dollar. Dann übernahmen Verkäufer wieder das Ruder und drückten den Token zurück auf 1,146 Dollar.

Aktuell notiert XRP bei 1,08 Dollar. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,18 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 1,47 Dollar – der Abstand dazu beträgt gut 26 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von knapp 3 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von über 7 Prozent.

Trader beobachten jetzt eine enge Handelsspanne. Unterstützung liegt bei 1,14 bis 1,145 Dollar, Widerstand bei 1,155 Dollar und dann im Bereich 1,17 bis 1,20 Dollar. Rutscht der Kurs unter 1,145 Dollar, rücken tiefere Marken bei 1,142 und 1,133 Dollar in den Fokus.

Die meisten Halter sitzen auf Verlusten

Trotz der anhaltenden Zuflüsse bleibt die Realität für viele Anleger bitter. Die MVRV-Kennzahl – sie misst den durchschnittlichen Gewinn oder Verlust der Halter – liegt für den 30-Tage-Zeitraum bei minus 45 Prozent, für ein Jahr bei minus 47 Prozent. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 steht XRP aktuell über 70 Prozent tiefer.

Seit Jahresbeginn hat der Token mehr als 42 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar über 53 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 1,01 Dollar von Ende Juni beträgt der Abstand nur noch 7 Prozent.

Das breitere Marktumfeld hilft dabei wenig. Bitcoin scheiterte zuletzt an der Marke von 64.000 Dollar und notierte am Mittwoch bei 62.898 Dollar. Ethereum kam nicht über seinen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt hinaus. XRP selbst fiel am Mittwoch unter 1,10 Dollar – der vierte Rückgang in Folge, belastet von geopolitischen Spannungen und einer insgesamt niedrigen Risikobereitschaft.

Die Stimmungsindikatoren spiegeln diese Erschöpfung wider. Der gewichtete Sentiment-Indikator von Santiment für XRP fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2025. Das Analysehaus merkt dazu an: Die stärksten Erholungen des Tokens begannen in der Vergangenheit oft genau dann, wenn die breite Masse bereits abgeschrieben hatte.

Große Halter ziehen ab, Kleinanleger zögern

On-Chain-Daten zeigen ein interessantes Muster. Große Halter bewegen weiter Bestände von den Börsen weg, während Kleinanleger zurückhaltend bleiben. Der sogenannte Whale-vs-Retail-Spread liegt laut CryptoQuant über alle zentralisierten Börsen hinweg bei 50,9 Prozent, bei Binance sogar bei 44,6 Prozent.

Parallel dazu erreichten die täglichen Neuanlagen von Wallets ein Dreimonatshoch. Das Netzwerk zeigt also durchaus Lebenszeichen – nur der Kurs zieht bislang nicht mit.

Wo die nächste Bewährungsprobe liegt

Ein Ausbruch über 1,20 Dollar würde den Blick auf die Zone von 1,29 bis 1,30 Dollar lenken, wo frühere Abwärtsbewegungen ihren Ausgang nahmen. Solange XRP aber nicht nachhaltig über 1,155 und dann 1,17 Dollar steigt, bleibt die aktuelle Lage ein reiner Test auf Bewährung – kein bestätigter Trendwechsel.

Die Kombination aus stabilen ETF-Zuflüssen und vorsichtigem Spot-Handel hält XRP vorerst in der Schwebe. Die Zone zwischen 1,14 und 1,20 Dollar bleibt das entscheidende Schlachtfeld zwischen Käufern und Verkäufern.

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