Ripple feiert einen wichtigen Etappensieg. Der Zahlungsdienstleister hat die vorläufige Zulassung unter der europäischen MiCA-Verordnung erhalten. Anleger honorieren diesen Schritt sofort. Der XRP-Kurs kletterte am Freitag zeitweise auf 1,11 US-Dollar. Auf Tagessicht entspricht das einem Plus von fast 5,5 Prozent.
Regulierungsvorteil und striktes Angebot
Mit der sogenannten CASP-Lizenz darf Ripple seine Dienste in der Eurozone ausbauen. Konkurrenten müssen ihr Angebot wegen der harten EU-Regeln aktuell oft einschränken. Hier erarbeitet sich Ripple einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Das Marktumfeld spielt ebenfalls mit. Investoren absorbieren derzeit problemlos die monatliche Token-Freigabe. Im Juli entließ Ripple turnusgemäß 300 Millionen XRP in den Handel. Weitere 700 Millionen flossen direkt zurück in den Treuhand-Speicher. Dieses disziplinierte Management stabilisiert das Angebot.
Stablecoin treibt Netzwerknutzung
Im XRP-Ledger vollzieht sich ein massiver Wandel. Der hauseigene Stablecoin RLUSD sorgt für enormes Transaktionsvolumen. Die Abwicklungen über diesen Dollar-Token erreichten zuletzt knapp 5,1 Milliarden US-Dollar. Manche Anleger fürchteten anfangs, der Stablecoin könnte den XRP-Token überflüssig machen.
Im Gegenteil. Daten der Treasury-Firma Evernorth zeigen eine massiv steigende Nachfrage. Jeder Transfer mit dem RLUSD erfordert XRP für die Gebührenabrechnung. Das Handelspaar RLUSD/XRP verzeichnete im vergangenen halben Jahr ein Volumen von 900 Millionen US-Dollar. XRP festigt damit seine Kernrolle als Brückenwährung.
Japan als Anker, USA im Wartestand
Asien bleibt das fundamentale Rückgrat für Ripple. Japanische Investoren steckten im vergangenen Jahr rund 21,7 Milliarden US-Dollar in den Token. Der Finanzriese SBI Holdings treibt die Adaption dort massiv voran. Bis April 2026 erweiterte SBI Ripple Asia sein Zahlungsnetzwerk auf 26 japanische Banken.
In den USA hakt es hingegen politisch. Die Abstimmung über den sogenannten CLARITY Act im Senat verschiebt sich voraussichtlich auf August. Dieses Gesetz soll digitale Rohstoffe rechtlich klar definieren. Die Verzögerung bremst den Kursauftrieb in Nordamerika spürbar aus. Die wachsende Nutzung des institutionellen Kreditprotokolls auf dem XRP-Ledger federt diesen Effekt jedoch ab.
Technisch steht XRP nun an einer kritischen Wegmarke. Aktuell notiert der Token rund neun Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Um den massiven Preisverfall seit Jahresbeginn von fast 41 Prozent umzukehren, bedarf es nachhaltiger Stärke.
Die Marke von 1,11 US-Dollar bildet derzeit einen harten Widerstand. Für ein echtes Kaufsignal muss XRP das Level um 1,20 US-Dollar zurückerobern. Fällt der Kurs stattdessen unter die psychologische Grenze von einem US-Dollar, droht ein rascher Abrutsch auf 0,80 US-Dollar.
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