Starke Nachfrage, zähe Kurse. Während Großbanken und Wale massiv XRP einsammeln, kämpft der Token mit hartnäckigen Widerständen. Bei Ripple klaffen On-Chain-Daten und Marktrealität derzeit spürbar auseinander.
Italiens größte Bank baut ihr Krypto-Engagement deutlich aus. Intesa Sanpaolo steigerte ihre Bestände im ersten Quartal auf 235 Millionen US-Dollar. Ein Fokus liegt dabei auf dem Grayscale XRP Trust. Das Institut hält nun Anteile im Wert von etwa 18 Millionen US-Dollar. Parallel dazu nutzt die Bank Ripple Custody für die Verwaltung ihrer digitalen Assets.
Großanleger ziehen nach. Sogenannte Wale kontrollieren aktuell 68,5 Prozent des gesamten XRP-Umlaufs. Das ist der höchste Wert seit acht Jahren. Derweil fließen massiv Gelder von den Handelsplätzen ab. Allein von Binance zogen Investoren zuletzt über 400 Millionen Token ab. Das verknappt das unmittelbar verfügbare Angebot.
Rekordzuflüsse bei ETFs
Die Nachfrage nach regulierten Anlageprodukten steigt ebenfalls. XRP-Spot-ETFs verzeichneten Mitte Mai mit gut 60 Millionen US-Dollar den stärksten Wochenzufluss des Jahres. Damit heben sich die Papiere positiv von Bitcoin-ETFs ab. Auch Wall-Street-Größen mischen mit. Goldman Sachs hält laut Berichten Positionen von rund 153 Millionen US-Dollar in XRP-Produkten.
Trotz dieser fundamentalen Stärke tut sich der XRP-Kurs schwer. Aktuell notiert der Token bei 1,48 US-Dollar. Auf Wochensicht steht zwar ein Plus von sieben Prozent auf der Anzeigetafel.
Seit Jahresbeginn verbuchen Investoren allerdings einen Verlust von rund 21 Prozent. Der Kurs hängt spürbar unter der wichtigen 200-Tage-Linie fest. Diese verläuft aktuell bei 1,74 US-Dollar.
Harter Widerstand voraus
Der Markt zeigt sich entsprechend vorsichtig. Ein massiver Widerstand blockiert den Bereich um 1,55 US-Dollar. Händler am Optionsmarkt geben einem schnellen Sprung über die Zwei-Dollar-Marke kaum Chancen. Auf der Unterseite stützt das Level bei 1,38 US-Dollar den Kurs.
Am 1. Juni steht der nächste Termin an. Dann gibt Ripple planmäßig eine Milliarde XRP aus seinem Treuhandkonto frei. Historisch fließen große Teile davon direkt wieder in neue Verträge zurück. Fällt diese Quote diesmal geringer aus, droht dem Markt zusätzlicher Verkaufsdruck.
