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XRP: FXRP in 280-Millionen-Vault zugelassen

XRP notiert nahe Jahrestief, während der CLARITY Act im Senat pausiert. Die DeFi-Integration via FXRP und wachsendes RLUSD-Angebot auf der XRPL bieten jedoch technische Impulse.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • CLARITY Act erst im September
  • FXRP als Kreditsicherheit zugelassen
  • RLUSD-Angebot auf XRPL überholt Ethereum

XRP steckt in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite verzögert sich die lang erwartete US-Regulierung. Auf der anderen Seite baut die Kryptowährung gerade neue Brücken ins dezentrale Finanzwesen. Der Kurs zeigt, wessen Einfluss aktuell überwiegt: Er notiert bei 1,03 US-Dollar und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar.

Senats-Pause bremst CLARITY Act

Der US-Senat ist am Freitag ohne Abstimmung über den CLARITY Act in die Sommerpause gegangen. Das Gesetz soll XRP dauerhaft als digitales Rohstoffgut einstufen und damit rechtliche Klarheit schaffen. Die Frist vom 7. August verstrich ungenutzt, eine Entscheidung ist frühestens im September zu erwarten.

Senatsmehrheitsführer John Thune räumte anderen Gesetzesvorhaben Vorrang ein. Die Prognosebörse Polymarket senkte daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr auf rund 15,5 Prozent, deutlich niedriger als noch vor wenigen Monaten. Institutionelle Investoren, die auf diesen regulatorischen Meilenstein gewartet hatten, müssen sich nun gedulden.

FXRP öffnet Tür zu institutionellem DeFi

Während die Politik stockt, wächst die technische Nutzbarkeit von XRP weiter. Die institutionelle DeFi-Plattform Sentora gab am 3. August bekannt, dass FXRP als Sicherheit in ihrem RLUSD-Hauptvault auf dem Kreditprotokoll Morpho Blue zugelassen ist. Dieser Vault verwaltet rund 280 Millionen US-Dollar.

FXRP ist eine gewrappte Version von XRP. Halter können ihre Bestände so auf die Ethereum-Blockchain übertragen und sich Ripples Stablecoin RLUSD leihen, ohne ihre XRP-Position verkaufen zu müssen. Es ist das erste Mal, dass ein XRP-basiertes Asset in einem großen, institutionell kuratierten Ethereum-Kreditmarkt akzeptiert wird. Flare-CEO Hugo Philion sprach von einer wichtigen Infrastrukturlücke, die damit geschlossen werde. XRP wandle sich vom reinen Transaktionsmittel zu produktivem Kapital für On-Chain-Kredite.

RLUSD wächst schneller auf der XRP Ledger

Ripples eigener Stablecoin RLUSD liefert derweil einen bemerkenswerten Etappensieg. Am 6. August übertraf das RLUSD-Angebot auf der XRP Ledger erstmals jenes auf Ethereum. Rund 810 Millionen Dollar liegen inzwischen auf der XRPL, verglichen mit 756 Millionen auf Ethereum.

Die XRP Ledger gewann im ersten Halbjahr 2026 fast 489.000 neue Konten hinzu, größtenteils getrieben durch Nachfrage nach dollargebundenen Assets. Ripples reguläre Freigabe von einer Milliarde XRP aus dem Treuhandkonto am 1. August fiel dabei kaum ins Gewicht: Das Unternehmen sperrte rund 700 Millionen Token direkt wieder in neuen Verträgen, wie es seinem etablierten Muster im Umgang mit dem Angebot entspricht.

ETF-Abflüsse und charttechnische Marke

Die sieben in den USA aktiven Spot-XRP-ETFs verwalten zusammen etwa eine Milliarde Dollar. Am 5. August verzeichneten sie erstmals seit Anfang Juli Nettoabflüsse von 3,58 Millionen Dollar. Ein einzelner negativer Handelstag ist noch kein Trendbruch, signalisiert aber eine kurzfristige Zurückhaltung institutioneller Anleger.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs liegt mit 1,03 Dollar rund 5,7 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,09 Dollar, der RSI von 36,6 deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck ohne akute Überverkauft-Situation hin. Die Marke von 1,00 Dollar fungiert derzeit als wichtigste psychologische Unterstützung.

Ein Rückfall unter dieses Niveau bei hohem Volumen könnte den Weg Richtung 0,90 Dollar öffnen. Für eine Entspannung bräuchte es dagegen eine Rückeroberung des 20-Tage-Durchschnitts bei 1,08 Dollar. Bis zur nächsten Senatssitzung im September dürfte der Kurs damit vor allem zwischen diesen beiden Marken pendeln.

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Diskussion zu XRP

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.