XRP notiert am Montag bei 1,34 US-Dollar und verliert im Tagesverlauf 4,3 Prozent. Der Rücksetzer trifft eine Kryptowährung, die im August noch zu den stärksten Werten am Markt zählte, nun aber unter dem Druck einer restriktiveren Geldpolitik gerät.
Auslöser der aktuellen Schwäche ist eine hawkishe Rede von Fed-Chef Warsh, der ein festes Inflationsziel von 2 Prozent betonte und damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 35 auf 57 Prozent steigen ließ. Der gesamte Kryptomarkt reagierte breit negativ: Bitcoin fiel unter 78.000 Dollar, Ethereum und BNB gaben ebenfalls nach.
Rally im August trotz Rücksetzer intakt
Trotz des jüngsten Rückgangs steht XRP für August noch immer mit rund 31 Prozent im Plus – der beste Monat seit Juli 2025. Grundlage der Rally war ein Kurssprung von 0,988 auf 1,698 Dollar, der einem Zuwachs von 71,8 Prozent entsprach, bevor eine Korrektur von etwa 20 Prozent einsetzte.
Der Analyst Ali Martinez verweist auf eine massive Unterstützungszone zwischen 1,35 und 1,38 Dollar, in der zuletzt 3,2 Milliarden XRP-Token gehandelt wurden. Er sieht nach dem bestätigten Ausbruch über eine fallende Trendlinie ein nächstes Kursziel bei 1,70 Dollar. Als Widerstände gelten die Marken 1,60 Dollar, 1,68 Dollar sowie 1,86 Dollar, deren Überwinden laut Martinez den Weg zu 2,19 Dollar öffnen könnte.
Der aktuelle Kurs von 1,34 Dollar liegt damit bereits unter der zuletzt vielfach genannten Unterstützungszone – ein Signal dafür, dass der Fed-bedingte Verkaufsdruck die technische Struktur kurzfristig belastet. Gleichzeitig bleibt XRP binnen 30 Tagen mit 26 Prozent im Plus, was die grundsätzliche Stärke der jüngsten Aufwärtsbewegung relativiert einordnet.
ETF-Zuflüsse liefern Gegengewicht
Während die Makrolage belastet, sprechen die Kapitalflüsse in Spot-XRP-ETFs eine andere Sprache. In der Woche bis zum 28. August verzeichneten diese Produkte Zuflüsse von 110,49 Millionen Dollar – die stärkste Woche seit Dezember 2025. Für den gesamten August summierten sich die Zuflüsse auf 153,54 Millionen Dollar, kumuliert stehen die Fonds bei 1,66 Milliarden Dollar Nettoassets.
Bitwise führt mit rund 600 Millionen Dollar Zuflüssen, gefolgt von Franklin Templetons XRPZ mit über 462 Millionen Dollar. Seit drei Wochen gab es keine Nettoabflüsse mehr aus den Produkten.
Ripple treibt Geschäftsausbau voran
Parallel zur Kursbewegung baut Ripple sein Geschäft aus. CEO Brad Garlinghouse bezifferte das über die Ripple-Infrastruktur abgewickelte Transaktionsvolumen des vergangenen Jahres auf rund 16 Billionen Dollar und stellte auf der SALT-Konferenz in Wyoming eine mehr als Verdopplung des Jahresumsatzes 2026 in Aussicht, gestützt auf institutionelle Partnerschaften mit BlackRock und BNY Mellon über den Stablecoin RLUSD.
Zudem startete Ripple Prime einen neuen Delta-One-Desk für Total-Return-Swaps auf Aktien, Indizes und digitale Vermögenswerte, gerichtet an Hedgefonds und Asset Manager.
Regulatorisch richtet sich der Blick auf den 15. September: Dann steht im US-Senat die Abstimmung über den Clarity Act an, nachdem der Bankenausschuss die Vorlage bereits mit 15 zu 9 Stimmen weiterleitete.
Ripple-Rechtschef Stuart Alderoty verknüpfte die Abstimmung öffentlich mit Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum und verwies auf eine Branchenstudie, wonach die Kryptoindustrie bis 2026 rund 232.000 US-Jobs schaffen könnte.
Für Anleger bleibt der September damit ein doppelter Prüfstein: Die Fed-Entscheidung zur Zinspolitik und die Senatsabstimmung zum Clarity Act dürften über die kurzfristige Richtung von XRP maßgeblich mitentscheiden.
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