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XRP: CLARITY Act vor Senatsentscheid am 7. August

Ripple treibt Expansion mit Stablecoin-Plattform, neuen Lizenzen und KI-Zahlungen voran, während der XRP-Kurs charttechnisch schwach bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ripple Mint für institutionelle RLUSD-Nutzung
  • Lizenzen in Luxemburg, Singapur und Australien
  • XRP-Wale akkumulieren trotz Kursrückgang
  • CLARITY Act als entscheidender Unsicherheitsfaktor

Ripple treibt sein Wachstum an mehreren Fronten gleichzeitig voran – neue Lizenzen, ein neues Institutional-Tool für den eigenen Stablecoin und eine Übernahme in Australien. Der XRP-Kurs honoriert das kaum. Am heutigen Sonntag notiert die Kryptowährung bei 1,10 US-Dollar und legt im Tagesvergleich um 0,84 Prozent zu, bleibt damit aber weiterhin 69,01 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,55 Dollar aus dem vergangenen Sommer.

Ripple Mint soll RLUSD institutionell verankern

Am 23. Juli startete Ripple die Plattform Ripple Mint, mit der institutionelle Kunden den unternehmenseigenen Stablecoin RLUSD ausgeben, zurücknehmen und verwalten können. Zusätzlich wurde RLUSD in die Compliance-Plattform Notabene Flow integriert, die auf die sogenannte Travel Rule bei Zahlungen ausgerichtet ist. RLUSD läuft inzwischen auf sechs Blockchains, darunter Ethereum, Base, Optimism und die XRP Ledger.

Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Das monatliche Transfervolumen von RLUSD brach um 25,26 Prozent auf 10,95 Milliarden Dollar ein, die Marktkapitalisierung des Stablecoins sank um 4,86 Prozent auf 1,52 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stieg die Zahl der Halter um 6,07 Prozent auf 60.746, die aktiven Adressen legten sogar um 70,15 Prozent auf 11.225 zu. Das deutet auf eine breitere, aber noch nicht durchgängig aktive Nutzerbasis hin.

Lizenzen in Luxemburg, Singapur und Australien

Parallel baut Ripple sein regulatorisches Fundament aus. In Luxemburg erhielt das Unternehmen eine vorläufige Zulassung als Crypto Asset Service Provider, die den vollständigen Rollout von Ripple Payments im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum unter der MiCA-Verordnung ermöglichen soll. In Singapur sicherte sich Ripple eine Lizenz, um XRP- und RLUSD-Zahlungen dort auszuweiten. In Australien plant das Unternehmen die Übernahme von BC Payments Australia Pty Ltd, um eine Australian Financial Services License zu erhalten und die eigene Zahlungsinfrastruktur im Land vollständig anzubieten – flankiert von der Teilnahme an Project Acacia der australischen Notenbank.

Auch im Zukunftsfeld KI-Zahlungen positioniert sich Ripple: Die XRP Ledger unterstützt inzwischen das X402-Protokoll und ist Teil von Mastercards Agent-Pay-for-Machines-Ökosystem, in dem autonome Software-Agenten mit XRP oder RLUSD bezahlen können. Über 1,4 Millionen solcher automatisierten Transaktionen sind laut Angaben aus dem Ökosystem bereits über die XRP Ledger abgewickelt worden.

Wale kaufen zu, CLARITY Act bleibt der Unsicherheitsfaktor

Trotz der schwachen Kursentwicklung akkumulieren große Adressen weiter. Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen XRP erhöhten ihre Positionen innerhalb von fünf Wochen um 2,8 Prozent, während kleinere Anleger ihre Bestände um 5,2 Prozent reduzierten. Der Crypto Fear & Greed Index notiert bei 33 und signalisiert damit anhaltende Nervosität im Gesamtmarkt. Franklin Templeton kaufte laut den vorliegenden Daten XRP im Wert von 5,66 Millionen Dollar zu.

Im Zentrum der Unsicherheit steht der CLARITY Act, der digitale Vermögenswerte in den USA regulatorisch klarer einordnen soll. Die Abstimmung im US-Senat muss vor der Sommerpause am 7. August erfolgen, benötigt aber 60 Stimmen – aktuell gelten nur 51 als gesichert oder wahrscheinlich. Senatorin Cynthia Lummis erklärte gegenüber Fox Business, der Gesetzestext solle nach dem 4. Juli vorliegen und noch im Juli zur Abstimmung kommen; Strafverfolgungsbehörden lehnen allerdings einen Abschnitt des Entwurfs ab, den sie für eine mögliche Erleichterung von Drogenhandel halten. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung wird an Prognosemärkten zuletzt nur noch bei rund 43 Prozent gesehen. Die Analysten von Standard Chartered senkten ihr Kursziel für XRP unterdessen von 8 auf 2,80 Dollar.

Charttechnisch angeschlagen

Der aktuelle Kurs von 1,10 Dollar liegt 21,11 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,39 Dollar – ein Zeichen für den mittelfristigen Abwärtstrend, den XRP seit dem Hoch im vergangenen Sommer durchläuft. Die Ausweitung des Ripple-Geschäfts auf Zahlungsverkehr, Custody und künstliche Intelligenz zeigt sich damit bislang nicht im Token-Preis – Anleger dürften die Entscheidung im Senat als nächsten entscheidenden Katalysator im Blick behalten.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.