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XRP: CLARITY Act vertagt auf 14. September

Erneute Vertagung des CLARITY Act im US-Senat drückt den XRP-Kurs nahe an sein 52-Wochen-Tief. Großanleger stocken trotzdem auf.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Senat verschiebt Krypto-Gesetz erneut
  • XRP rutscht nahe ans Jahrestief
  • Wale kaufen trotz Kursverlust
  • ETF-Zuflüsse brechen um 79% ein

Der US-Senat hat die Abstimmung über das Krypto-Regulierungsgesetz CLARITY Act erneut vertagt – und XRP reagiert prompt mit Schwäche. Der Token rutschte am Freitag als einziger Wert unter den zehn größten Kryptowährungen ins Minus, während der breite Markt sich stabil zeigte. Aktuell notiert XRP bei 1,02 US-Dollar und damit nur noch 1,69 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Digitalwährung 44,29 Prozent an Wert verloren.

Senat vertagt Krypto-Gesetz erneut

Mehrheitsführer John Thune bestätigte, dass die Demokraten im Senat auf eine Verschiebung der Abstimmung bestehen. Das Gesetz benötigt eine Mehrheit von 60 Stimmen und soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte klären. Strittig sind unter anderem Ethikregeln, der Umgang mit Stablecoin-Erträgen und die Behandlung von DeFi-Protokollen. Das Repräsentantenhaus hatte den CLARITY Act bereits im Juli 2025 verabschiedet, der Bankenausschuss des Senats folgte im Mai 2026 – nun soll frühestens am 14. September erneut abgestimmt werden.

Der Prognosemarkt Polymarket bewertet die Chancen auf ein Gesetz noch in diesem Jahr inzwischen nur noch mit 14 Prozent, nachdem die Wahrscheinlichkeit im Februar noch bei über 80 Prozent gelegen hatte. Senator Thom Tillis räumte laut einem Bericht von NOTUS ein, die Erfolgsaussichten seien „wahrscheinlich um 50 Prozent gesunken“. Bitwise-CIO Matt Hougan sieht in der Verzögerung dennoch keinen Weltuntergang: Kurzfristig könne sie die Preise belasten, mittelfristig aber Unsicherheit abbauen, sollte die SEC parallel per Verordnung tätig werden.

Kurs rutscht nahe an das Jahrestief

Technisch hat sich die Lage für XRP zuletzt weiter eingetrübt. Der Wert vollzog laut Decrypt ein sogenanntes Death Cross, bei dem kurzfristige gleitende Durchschnitte unter längerfristige fallen – ein klassisches Warnsignal für anhaltenden Abwärtsdruck. Der Analyst Black Swan Capitalist beschrieb die Situation so, dass der Markt die Verzögerung des CLARITY Act bereits weitgehend eingepreist habe; institutionelles Kapital warte schlicht auf regulatorische Klarheit, bevor es größere Positionen aufbaue. Die Marke von 1,00 Dollar hält demnach bereits seit mehr als 600 Tagen als Unterstützung. Charttechniker sehen die nächsten Kursziele bei etwa 1,015 und 1,00 Dollar, sollte die zuvor als Unterstützung dienende Zone um 1,05 Dollar als Widerstand bestehen bleiben.

Wale kaufen trotz Kursverlusts

Ein Gegentrend zeichnet sich bei den großen Adressen ab. Nach Daten des Analyseunternehmens Santiment haben Wallets mit Beständen zwischen zehn und 100 Millionen XRP ihre Position seit Jahresbeginn um 1,23 Milliarden Token auf insgesamt 12,2 Milliarden aufgestockt – trotz des Kursverlusts von rund 43 Prozent im gleichen Zeitraum. Die Zahl solcher Adressen stieg von 301 auf 313. Gegenläufig verkauften Mega-Wale mit Beständen zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Token rund 300 Millionen XRP, während Kleinanleger mit ein bis zehn Millionen Coins per Saldo 260 Millionen Token zukauften. Julio Moreno von CryptoQuant wertet die Akkumulation bei Bitcoin, Ethereum und XRP als möglichen Hinweis darauf, dass sich der Bärenmarkt seinem Ende nähert, da viele Positionen inzwischen nahe oder unter dem durchschnittlichen Einstandspreis liegen und der Verkaufsdruck damit sinkt.

ETF-Zuflüsse verlangsamen sich deutlich

Auf der Produktseite kühlt sich das Interesse an XRP-ETFs merklich ab. Die kumulierten Zuflüsse seit Handelsstart summieren sich zwar auf 1,51 Milliarden Dollar bei einem verwalteten Vermögen von 993,38 Millionen Dollar, doch die monatlichen Zuflüsse brachen von 131,94 Millionen Dollar im Mai auf nur noch 27,29 Millionen Dollar im Juli ein – ein Rückgang von 79 Prozent. Am Donnerstag flossen den Produkten noch 3,45 Millionen Dollar zu, angeführt vom Bitwise XRP ETF mit 2,89 Millionen und Franklin Templeton mit 561.560 Dollar. Gegenläufig bauen einige institutionelle Adressen ihre Positionen aus: Der Vermögensverwalter IMC-Chicago mit einem verwalteten Vermögen von 418 Milliarden Dollar meldete für das zweite Quartal Zukäufe von 28.237 Anteilen des Bitwise XRP ETF sowie Positionen in gehebelten XRP-Produkten von Teucrium und Volatility Shares, ergänzt durch Call-Optionen. Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Während Großinvestoren und institutionelle Adressen die Schwächephase teils zum Nachkauf nutzen, drückt die politische Hängepartie in Washington weiterhin auf die kurzfristige Kursentwicklung.

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Diskussion zu XRP

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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