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XRP: CLARITY Act-Chancen von 82 auf 19 Prozent

XRP verharrt nahe des Jahrestiefs, während Netzwerkaktivität steigt. Politische Ereignisse und sinkende ETF-Zuflüsse bestimmen die kurzfristige Perspektive.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Netzwerkaktivität erreicht Zweimonatshoch
  • CLARITY Act-Chancen deutlich gesunken
  • ETF-Zuflüsse brechen stark ein

XRP notiert bei 1,00 US-Dollar und damit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 0,9887 Dollar, das die Kryptowährung erst am Freitag markierte. Die Marke von einem Dollar ist damit zum entscheidenden psychologischen Prüfstein geworden – zweimal war der Kurs binnen fünf Tagen bereits darunter gerutscht. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 46 Prozent zu Buche, ein Umstand, der die Nervosität unter Anlegern erklärt.

Politischer Fahrplan bestimmt die kommenden Tage

Die kommende Woche dürfte richtungsweisend werden. Ripple-CEO Brad Garlinghouse spricht am 18. August beim Wyoming Blockchain Symposium in Jackson Hole, einem Event mit rund 500 geladenen Teilnehmern, das von SALT und Kraken organisiert wird.

Unter dem Titel „Modernizing Financial Infrastructure“ tritt er gemeinsam mit SEC-Chef Paul Atkins und Senatorin Cynthia Lummis auf, moderiert von der CNBC-Reporterin Tanaya Macheel. Eine konkrete XRP-Ankündigung ist bislang nicht bestätigt.

Nur einen Tag später, am 19. August, empfängt Präsident Trump Vertreter von Coinbase, Ripple, a16z, Chainlink, Kalshi, Paradigm, Kraken, Gemini sowie der Börsen NYSE und Nasdaq im Weißen Haus. Auch hier sind SEC-Chef Atkins und CFTC-Chef Selig mit von der Partie. Am 20. August tagt zudem der Innovationsausschuss der CFTC.

Überschattet wird die Terminfülle vom schwindenden politischen Rückenwind für ein zentrales Anliegen der Branche: Die Erfolgsaussichten des CLARITY Act sind eingebrochen. Laut Polymarket ist die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung des Gesetzes von zuvor 82 Prozent auf nur noch 19 Prozent gefallen, Galaxy Digital taxiert die Chance für 2026 sogar nur auf 10 Prozent.

Eine entscheidende Cloture-Abstimmung im Senat ist für den 15. September angesetzt und benötigt 60 Stimmen – nach der Sommerpause bleiben dem Senat bis dahin nur wenige Sitzungswochen.

Netzwerkaktivität hält sich, institutionelles Geld bleibt vorsichtig

Trotz der schwachen Kursentwicklung zeigt sich das XRP-Ledger-Netzwerk robust: Die Zahl aktiver Adressen kletterte binnen 24 Stunden auf 49.929 – der höchste Stand seit zwei Monaten. Die Zahl der Stablecoin-Halter auf dem Netzwerk stieg um 37 Prozent auf 82.100, das zugehörige Transfervolumen legte um 8,4 Prozent auf 4,61 Milliarden Dollar zu.

Bei institutionellen Investoren zeichnet sich hingegen ein gemischtes Bild ab. Die Bank of Montreal wies in ihrer jüngsten Offenlegung Positionen in zwei XRP-ETFs aus, wenn auch mit einem vergleichsweise geringen Volumen.

Deutlich größer engagiert zeigt sich Jane Street, das laut eigener Meldung über 1,2 Millionen Anteile am Bitwise XRP ETF sowie weitere Positionen bei Franklin, Grayscale, Canary und 21Shares hält.

Zugleich sind die wöchentlichen Netto-Zuflüsse in XRP-ETFs zuletzt um 93 Prozent eingebrochen – von monatlich rund 132 Millionen Dollar im Mai auf lediglich 3,27 Millionen Dollar im bisherigen August. Parallel dazu senden Krypto-Wale weiterhin Token in Richtung Binance, was Beobachter als Verkaufsdruck werten.

Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Ein aktives Netzwerk und punktuelles institutionelles Interesse stehen einem politischen Rückschlag beim CLARITY Act und versiegenden ETF-Zuflüssen gegenüber. Ob der Auftritt Garlinghouses in Wyoming oder das Treffen im Weißen Haus neue Impulse liefern, dürfte sich schon in den kommenden Tagen zeigen.

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Diskussion zu XRP

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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