XRP hat den steilen Anstieg der vergangenen Woche nicht halten können. Nach einem Sprung von rund 56 Prozent zwischen dem 18. und 22. August auf ein Zwischenhoch von 1,6963 Dollar setzte eine Korrektur ein, die Marktbeobachter mit überkauften technischen Bedingungen und Gewinnmitnahmen erklären.
Aktuell notiert die Kryptowährung bei 1,41 Dollar und gibt am heutigen Freitag um 0,9 Prozent nach. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 11 Prozent, über einen Monat hat XRP um 32 Prozent zugelegt.
Ausgelöst hatte die Rally kein XRP-spezifisches Ereignis, sondern eine geldpolitische Nachricht: Am 19. August kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, die langfristigen Anleihe-Rückkaufoperationen des Finanzministeriums von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation auszuweiten, beginnend am 9. September.
Der Rückkauf von Anleihen entzieht dem Markt Angebot, treibt die Kurse und drückt die Renditen – ein Umfeld, das Risikoassets wie Kryptowährungen begünstigt.
Verstärkt wurde der Effekt durch Short-Liquidationen im Kryptomarkt in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar, durch Käufe großer Adressen im Umfang von 380 Millionen Token binnen einer Woche sowie durch Zuflüsse von rund 40 Millionen Dollar in Spot-ETFs.
Regulatorischer Rückenwind aus Washington
Zusätzlichen Schub lieferte ein Krypto-Gipfel im Weißen Haus am 19. August, an dem Ripple-Chef Brad Garlinghouse neben SEC-Chef Paul Atkins teilnahm. Dort warb der Präsident für eine zügige Verabschiedung des CLARITY Act im Senat, der XRP als digitales Rohstoffgut unter Aufsicht der CFTC einordnen würde.
Für Anleger ist das mehr als Symbolpolitik: Eine klare regulatorische Einordnung würde institutionellen Investoren die Grundlage für ein stärkeres Engagement liefern, das bislang durch Rechtsunsicherheit gebremst wurde.
Parallel dazu verzeichnen die US-Spot-ETFs auf XRP eine Serie von neun aufeinanderfolgenden Tagen mit Netto-Zuflüssen bis zum 25. August, wobei an diesem Tag rund 23,87 Millionen Dollar hinzukamen.
Die kumulierten Zuflüsse summierten sich damit auf mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Dieser stetige Mittelzufluss deutet darauf hin, dass ein Teil der jüngsten Nachfrage nicht rein spekulativ getrieben ist, sondern von strukturierten Produkten getragen wird.
Ripple treibt Infrastruktur und Stablecoin voran
Abseits der Kursbewegung baut Ripple sein Ökosystem weiter aus. Der unternehmenseigene Stablecoin RLUSD überschritt zwischen dem 25. und 26. August die Marke von 2 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung – ein rund achtfaches Wachstum gegenüber den 250 Millionen Dollar, die im April 2025 noch auf dem Zähler standen. Der RLUSD-Bestand auf der XRP Ledger hat sich seit März von 340,3 Millionen auf 962,8 Millionen Dollar fast verdreifacht.
Auf technischer Ebene lief am 8. August das Upgrade der XRP Ledger auf Version 3.3.0 an, das unter anderem die Funktion „Confidential Transfers“ für mehr Privatsphäre institutioneller Nutzer einführt. Ripple-Produktmanager Julian Berridi meldete am 26. August die Aktualisierung der Entwicklerbibliotheken xrpl.js und xrpl-py zur Unterstützung dieser Version.
Nach Angaben der XRP Ledger Operations haben bereits über 60 Prozent der Netzwerk-Knoten auf die neue Version aktualisiert. Zudem kündigte Mastercard am 26. August seine Teilnahme am XRP Ledger Hackathon im Oktober in New York an – eine Fortsetzung der im März begonnenen Zusammenarbeit mit Ripple im Zahlungsverkehrsbereich.
Angebotsseite bleibt unter Kontrolle
Am 1. August entließ Ripple turnusgemäß 1 Milliarde XRP aus dem Treuhandkonto, verrechnete davon aber 700 Millionen sofort wieder neu in die Sperre. Netto gelangten damit lediglich 300 Millionen Token neu in den Umlauf – ein Vorgehen, das die Verkaufsdruck-Sorgen rund um die monatlichen Escrow-Freigaben dämpft und die Angebotsdisziplin des Unternehmens unterstreicht.
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