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XRP: Aviva Investors startet tokenisierten Fonds

Trotz tokenisiertem Aviva-Fonds und Retail-Handel in Hongkong fällt der XRP-Kurs weiter. Institutionelle Fortschritte stoppen den Abwärtstrend nicht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aviva startet tokenisierten Fonds auf XRP Ledger
  • Hongkong erlaubt lizenzierten XRP-Retail-Handel
  • XRP-Kurs fällt trotz positiver Nachrichten
  • US-Senat legt Clarity Act auf Eis

Während XRP an der Börse weiter unter Druck steht, meldet Ripple gleich zwei institutionelle Fortschritte binnen eines Tages. Am Mittwoch startete Aviva Investors einen tokenisierten Fonds auf der XRP Ledger, zeitgleich öffnete Hongkong den ersten lizenzierten Retail-Handel mit dem Token. Der Kurs von XRP notiert aktuell bei 1,07 US-Dollar und liegt binnen einer Woche 6,38 Prozent im Minus – die guten Nachrichten aus dem institutionellen Lager haben den Abwärtstrend bislang nicht gestoppt.

Aviva bringt regulierten Fonds auf die XRP Ledger

Der Vermögensverwalter Aviva Investors brachte am Mittwoch eine tokenisierte Anteilsklasse seines US Dollar Liquidity Fund auf die XRP Ledger – in Zusammenarbeit mit Ripple und mit Genehmigung der irischen Zentralbank. Die Vermögenswerte verwahrt BNY Mellon, die Custody übernimmt Komainu, die Tokenisierung besorgt Licuido. Zugelassene Anleger mit digitaler Wallet erhalten laut Fondsangaben dieselben Schutzrechte wie bei einem konventionellen Fonds; das Ziel sind risikoarme, tägliche Renditen aus kurzfristigen Dollar-Anleihen. Aviva-Chef Mark Versey sieht in der Tokenisierung einen Effizienztreiber für das Fondsgeschäft. Die auf der XRP Ledger verbucht realen Vermögenswerte summierten sich zuletzt auf rund 4,37 Milliarden Dollar, die Zahl der Halter solcher tokenisierten Anlagen soll binnen eines Monats um 17 Prozent gestiegen sein.

Ripple-Präsidentin Monica Long erklärte, die institutionelle Nachfrage nach XRP und dem hauseigenen Stablecoin RLUSD erreiche Rekordniveau. Der Analyst Lark Davis führte den bisher fehlenden Kursdurchbruch auf die typischen Verzögerungen institutioneller Onboarding-Prozesse zurück – etwa Vorstandsfreigaben und Compliance-Prüfungen bei neuen Investoren.

Hongkong öffnet Retail-Handel, doch das Sentiment bleibt fragil

Parallel zur Fonds-Nachricht startete OSL Digital Securities in Hongkong den ersten von der dortigen Wertpapieraufsicht lizenzierten Retail-Handel mit XRP. Der Token reiht sich damit neben Bitcoin, Ethereum und Solana in die Liste der für Privatanleger freigegebenen Kryptowerte ein; OSL bietet die Paare XRP/USD und XRP/HKD an und verfügt über eine Custody-Versicherung von einer Milliarde Dollar.

Trotz dieser Fortschritte verkaufte Grayscale-Chef Peter Mintzberg erstmals Anteile am Grayscale XRP Trust ETF – 2.611 Einheiten im Wert von rund 53.400 Dollar, erworben ursprünglich Ende 2024. Er hält weiterhin rund 2,84 Millionen Anteile, doch der Verkauf fällt in eine Phase, in der die Zuflüsse in die sieben US-Spot-ETFs auf XRP zuletzt deutlich nachließen. Ein herber Rückschlag kam zudem aus Washington: Der US-Senat legte den sogenannten Clarity Act auf Eis, der XRP regulatorisch als Rohstoff hätte einordnen können – noch vor der parlamentarischen Sommerpause. Damit fehlt vorerst der Katalysator, den viele Marktteilnehmer für eine nachhaltige Erholung als nötig ansahen.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Technisch zeigt sich das Bild entsprechend defensiv: Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,11 US-Dollar, XRP notiert damit unterhalb dieser Marke, während der Relative-Stärke-Index bei 42,1 auf ein schwaches, aber noch nicht überverkauftes Momentum hindeutet. Zum 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar, erreicht Ende Juni, beträgt der Abstand nur noch gut 5,5 Prozent – ein Polster, das angesichts der jüngsten Wochenverluste als knapp gelten muss. Die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank gilt vielen Marktbeobachtern als nächster kurzfristiger Kurstreiber, da ein Kurshalt weitgehend erwartet wird, ein überraschend hawkishes Signal den Abwärtsdruck aber verschärfen könnte. Die Bank Standard Chartered hält trotz der jüngsten Schwäche an einem Jahresendziel von 2,80 US-Dollar fest.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.