Die Nutzungsdaten des XRP Ledger senden ein ungewöhnlich starkes Signal. Innerhalb von 14 Tagen kletterte die Zahl aktiver Adressen von 47.180 auf 356.070 – ein Plus von 650 Prozent, wie Daten des Analysedienstes Santiment am Mittwoch zeigten. Getrieben wurde der Sprung demnach vor allem durch bestehende Token-Inhaber, nicht durch eine Welle neuer Wallets.
Parallel dazu registrierten Marktbeobachter eine auffällige Bewegung bei den großen Handelsplätzen: Laut dem Analysten „Darkfost“ von CryptoQuant verließen mehr als 231 Millionen XRP die Börse Binance in Richtung privater Wallets – der höchste Wert an Wal-Abflüssen seit sechs Monaten. Zeitgleich wuchs die gesamte Marktkapitalisierung von XRP binnen einer Woche um 25 Milliarden Dollar.
Institutionelle Infrastruktur wächst weiter
Während die Kette selbst an Nutzung gewinnt, baut Ripple das institutionelle Fundament aus. Der Stablecoin RLUSD überschritt nach eigenen Angaben des Unternehmens eine Marktkapitalisierung von 2 Milliarden Dollar – keine zwei Jahre nach dem Start im Dezember 2024. Rund 963 Millionen Dollar der Supply sind demnach nativ auf dem XRP Ledger ausgegeben.
Am 20. August ging zudem ein Kreditfonds live: Zusammen mit Clearpool und Cicada Partners bietet Ripple über diesen Fonds unbesicherte, in RLUSD denominierte Kredite für Fintech- und Zahlungsunternehmen an. Auch auf der Handelsseite tut sich etwas – die Kryptobörse Gemini aktivierte für Nutzer in Singapur direkte Ein- und Auszahlungen über den XRP Ledger, um die regionale Liquidität zu verbessern.
ETF-Landschaft justiert sich neu
Der 21Shares XRP ETF (Ticker: TOXR) wechselte seine Preisbildung: Statt der CME CF XRP-Dollar Reference Rate dient künftig der FTSE XRP Index als Benchmark, um sich an die globale Indexarchitektur des Anbieters anzupassen.
Die US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichte dazu am Mittwoch eine entsprechende 8-K-Mitteilung, die die neue Lizenzvereinbarung mit FTSE International Limited dokumentiert. Der Fonds handelt bereits seit Dezember 2025 an der Cboe BZX.
Dass institutionelles Geld inzwischen breiter gestreut in XRP-Produkte fließt, zeigte sich zuletzt auch bei Goldman Sachs: Die Bank wies in ihrer 13F-Meldung für das zweite Quartal 2026 eine Exposure von 86,5 Millionen Dollar über fünf verschiedene Spot-XRP-ETFs aus, darunter Positionen bei Bitwise und Franklin Templeton – nachdem am Ende des ersten Quartals noch keine Bestände vorlagen.
Regulatorisches Umfeld bleibt im Blick
Der Rückenwind aus Washington hält an. CFTC-Chair Michael Selig erklärte bei einem Innovationstreffen im Weißen Haus, die Ära der „durchsetzungsgeleiteten Regulierung“ für digitale Assets sei vorbei – mit Verweis auf die Fortschritte beim CLARITY Act.
Die SEC brachte zudem eine „Regulation Crypto Assets“ ins Spiel, die einen Safe-Harbor vorsieht: Token könnten die Einstufung als Wertpapier verlassen, sobald das ausgebende Unternehmen seine zugesagten Aufbauarbeiten abgeschlossen hat.
Für Anleger bleibt ein Termin im Blick: Am 1. September steht die planmäßige monatliche Freigabe von 1 Milliarde XRP aus dem Ripple-Escrow an, wovon üblicherweise 600 bis 800 Millionen Token erneut gesperrt werden.
Am Markt zeigt sich die Gemengelage aus wachsender Netzwerknutzung und institutionellem Zufluss in robusten Kursgewinnen: XRP notiert bei 1,44 Dollar und liegt damit 29 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,12 Dollar.
Auf Wochensicht steht ein Plus von 30 Prozent, auf Monatssicht von 35 Prozent zu Buche – trotz eines Rückstands von 55 Prozent zum 52-Wochen-Hoch aus dem September 2025.
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