US-Spot-ETFs auf XRP haben gestern erneut Mittel verloren. Medienberichten zufolge betrug der Nettoabfluss 2,4734 Millionen US-Dollar und entfiel vollständig auf Canary Capitals XRPC. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung entscheidend: ETF-Abflüsse zeigen einen Mittelrückzug aus diesen Produkten. Steigende XRP-Bestände in Börsenwallets belegen dagegen noch keine Verkäufe.
Die jüngsten Daten ergeben damit kein einheitliches Bild der Nachfrage. Während aus den börsengehandelten Produkten Geld abfloss, baut Ripple die Nutzungsmöglichkeiten des XRP Ledger weiter aus. Solche Integrationen sind allerdings nicht mit einem unmittelbar steigenden Kaufinteresse an XRP gleichzusetzen.
ETF-Rückzug trifft auf höhere Börsenbestände
Bereits am Donnerstag hatten die US-Spot-ETFs einen Mittelabfluss verzeichnet.
Für die Einordnung zählt deshalb mehr als eine einzelne Sitzung. Die ETF-Daten beschreiben die Nachfrage nach den erfassten Anlageprodukten. Sie sind weder eine vollständige Bilanz des XRP-Handels noch ein Maß für die Nutzung des Netzwerks.
Parallel dazu nahmen die Bestände börsenzugeordneter Wallets zu. Medienberichten zufolge erfasste XRP Insights zwischen Montag und Donnerstag einen Zuwachs von 83,94 Millionen XRP über 24 Handelsplätze hinweg.
Diese Bestände sind Verwahrguthaben. Sie zeigen nicht, wie viele Token tatsächlich auf den Verkaufsseiten der Orderbücher angeboten werden. Auch ein Transfer zu einer Börse ist für sich genommen kein abgeschlossener Verkauf. Wer daraus unmittelbar zusätzlichen Verkaufsdruck ableitet, geht über die Aussagekraft der Daten hinaus.
Neue Anwendungen sind kein direkter Nachfragenachweis
Auf der Anwendungsseite meldeten Ripple und die zu Stripe gehörende Privy am Mittwoch eine Partnerschaft. Entwickler sollen dadurch XRP-Ledger-Wallets in ihre Anwendungen einbetten können. Unterstützt werden Transaktionen mit XRP, RLUSD und weiteren Vermögenswerten auf dem Netzwerk.
Damit entstehen zusätzliche Möglichkeiten für Zahlungsanwendungen. Entscheidend für die Bewertung von XRP bleibt jedoch, welchen Vermögenswert die jeweiligen Anwendungen tatsächlich verwenden. Die Unterstützung mehrerer Token erlaubt keinen Rückschluss darauf, dass sämtliche darüber abgewickelten Zahlungen XRP-Nachfrage auslösen.
Für Anleger stehen daher zwei unterschiedliche Entwicklungen nebeneinander: Die technische Anbindung wird ausgebaut, während die jüngsten ETF-Daten einen Mittelrückzug zeigen. Erst eine getrennte Betrachtung von Produktnachfrage, Verwahrbeständen und tatsächlicher Nutzung verhindert, dass Infrastrukturmeldungen oder Wallet-Bewegungen als eindeutiges Kauf- oder Verkaufssignal missverstanden werden.
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