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XRP: 93 Prozent weniger ETF-Zuflüsse

XRP testet die psychologische Marke von 1 Dollar, während Großanleger massiv Token akkumulieren und die Charttechnik weiterhin bärisch bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wale akkumulieren 380 Millionen XRP
  • Aktive Adressen steigen um 84 Prozent
  • ETF-Zuflüsse brechen um 93 Prozent ein
  • SEC-Sitzung zur Krypto-Regulierung verschoben

XRP notiert am heutigen Freitag bei 1,00 US-Dollar und damit nahe dem am Dienstag markierten 52-Wochen-Tief von 0,9929 Dollar – der Abstand dazu beträgt gerade einmal 0,8 Prozent. Die Kryptowährung testet damit eine psychologisch entscheidende Marke, während sich Großanleger und technische Indikatoren in ihrer Einschätzung diametral widersprechen.

Wale kaufen gegen den Trend

Am Donnerstag griffen große XRP-Halter kräftig zu: Laut einer Auswertung von Benzinga kauften Wale binnen eines Tages rund 72 Millionen Token im Gegenwert von etwa 72 Millionen Dollar. Über eine ganze Woche summierte sich die Akkumulation großer Adressen sogar auf 380 Millionen XRP.

Gleichzeitig beschleunigt sich die Netzwerkaktivität deutlich: Die Zahl aktiver Adressen stieg von rund 23.642 am 1. August auf 43.543 – ein Plus von mehr als 84 Prozent. Im Tagesdurchschnitt lag die Aktivität im August bei etwa 35.700 aktiven Adressen, verglichen mit rund 26.400 im Juli.

Ein Analyst sieht in der Wal-Akkumulation ein mögliches Signal für eine bevorstehende Erholung und fragt, ob sich große Investoren auf eine Rally vorbereiten. Auf der Wettplattform Polymarket räumen Marktteilnehmer XRP jedoch nur eine Chance von 6 Prozent ein, sein Allzeithoch von 3,84 Dollar bis Jahresende zu erreichen.

Charttechnik bleibt bärisch

Trotz der Käufe zeichnet die Charttechnik ein skeptisches Bild. Der Relative-Stärke-Index (14 Tage) liegt bei 34,9 und damit im überverkauften Bereich, ohne dass sich eine klare Trendwende andeutet. Der Kurs handelt derzeit 7,3 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,08 Dollar, der von Analysten als nächster Widerstand gilt.

Bricht XRP unter die 1,00-Dollar-Marke, nennen Marktbeobachter Ziele von 0,98 bis 0,93 Dollar; ein nachhaltiger Sprung über 1,06 Dollar könnte dagegen Bewegungen Richtung 1,35 und 1,64 Dollar auslösen.

Die ETF-Nachfrage liefert zusätzliche Unsicherheit. Nach einem Höchststand von 14,86 Millionen Dollar in der Vorwoche brachen die wöchentlichen Zuflüsse in Spot-XRP-ETFs um 93 Prozent auf nur noch rund 1,01 Millionen Dollar ein.

Zum Vergleich: Bitcoin-ETFs zogen im selben Zeitraum 754 Millionen Dollar an, Ethereum-Produkte 195 Millionen Dollar. Das schwache Interesse institutioneller Anleger steht damit in auffälligem Kontrast zur Kaufbereitschaft der Wale.

Regulatorik und Ripple-Verbindungen belasten die Stimmung

Zusätzliche Unruhe bringt eine Verschiebung auf regulatorischer Ebene: Die US-Börsenaufsicht SEC vertagte ihre für Donnerstag angesetzte Sitzung zur „Regulation Crypto Assets“ wegen laufender Verhandlungen zu Abschnitt 10505 des CLARITY Act. Eine entscheidende Abstimmung im Rahmen des Gesetzes ist nun erst für den 15. September terminiert – ein Termin, der auch für XRP als Katalysator gilt.

Parallel sorgt eine Ripple-nahe Transaktion für Gesprächsstoff: Eine mit Ripple verknüpfte Wallet transferierte am Mittwoch 50 Millionen XRP im Wert von rund 50,5 Millionen Dollar an eine bislang unbekannte Adresse.

Zudem koppelt das von Ripple unterstützte Unternehmen Evernorth die Aktienanzahl seiner geplanten Nasdaq-Fusion per SPAC an den XRP-Schlusskurs vom Mittwoch – ein ungewöhnlicher Mechanismus, der die Aktie direkt an die Kursentwicklung von XRP bindet und die Marke von einem Dollar zusätzlich in den Fokus der Anleger rückt.

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Diskussion zu XRP

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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