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XRP: 82 Millionen XRP beim Ausbruch

XRP testet nach schwachem Quartal die 1,14-Dollar-Marke. Institutionelle ETF-Zuflüsse bleiben trotz Kursverlusten und Goldmans Ausstieg stabil.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ausbruch über 1,14 Dollar mit hohem Volumen
  • Kurs liegt 69% unter 52-Wochen-Hoch
  • Goldman Sachs löst XRP-ETF-Positionen auf
  • ETF-Zuflüsse erreichen neuen Jahresrekord

XRP hat am Montag eine wichtige Widerstandszone durchbrochen — nach Wochen zäher Kursbewegung um die Marke von einem Dollar. Der Ausbruch kam mit ungewöhnlich hohem Volumen, doch die Käufer konnten den Schwung nicht komplett halten. Für Trader wird die Sitzung zum Test: Hält die alte Widerstandszone jetzt als Unterstützung?

Der Token stieg innerhalb von 24 Stunden von 1,1344 auf 1,1454 Dollar, ein Plus von 2,87 Prozent. Der eigentliche Ausbruch erfolgte am Sonntagabend um 22 Uhr UTC, als das Handelsvolumen auf rund 82 Millionen XRP kletterte — etwa 207 Prozent über dem 24-Stunden-Durchschnitt. In der Spitze erreichte XRP 1,158 Dollar, bevor Verkäufer den Kurs auf etwa 1,146 Dollar zurückdrängten.

Aktuell notiert XRP bei 1,13 Dollar, nach einem Tagesverlust von 2,33 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 7,77 Prozent zu Buche. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,20 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,48 Dollar — XRP bewegt sich damit weiterhin deutlich unter seinen mittelfristigen Trendlinien.

Enge Handelsspanne entscheidet über die Richtung

Der Rückschlag von den Tageshochs hat den Ausbruch nicht komplett zunichtegemacht. Verkäufer bleiben aber aktiv, bevor die nächste größere Widerstandszone zwischen 1,17 und 1,20 Dollar erreicht wird. Auf kürzeren Zeitebenen zeigt sich das Bild fragiler: Der Stundenchart schwächte sich ab, nachdem XRP die Marke von 1,155 Dollar nicht zurückerobern konnte. Der Kurs bewegt sich seitdem in einer engen Spanne zwischen 1,145 und 1,151 Dollar.

Marktteilnehmer werten die Sitzung eher als frühen Test denn als bestätigte Trendwende. Entscheidend wird, ob Käufer die Marken bei 1,155 und anschließend 1,17 bis 1,20 Dollar überwinden können. Solange das nicht gelingt, bleibt die Lage ein Ausbruchstest — kein bestätigter Trendwechsel.

Der Rückblick zeigt, wie tief XRP gefallen ist. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 trennen den Token aktuell rund 69 Prozent. Erst vor wenigen Tagen, am 26. Juni, markierte XRP mit 1,01 Dollar ein neues Jahrestief. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 40 Prozent zu Buche.

ETF-Zuflüsse trotzen der Verlustzone der Anleger

Trotz der schwachen Kursentwicklung bleibt die institutionelle Nachfrage über börsengehandelte Produkte bemerkenswert stabil. XRP-Spot-ETFs verzeichneten die neunte Woche in Folge mit Nettozuflüssen — zuletzt rund 17,19 Millionen Dollar. Das Kapital fließt, obwohl die meisten Privatanleger noch in der Verlustzone stecken.

Die Marktwert-Realisierungswert-Kennzahl (MVRV) liegt für den 30-Tage- und 365-Tage-Zeitraum bei minus 45 beziehungsweise minus 47 Prozent. Übersetzt heißt das: Wer in den vergangenen Wochen oder im vergangenen Jahr gekauft hat, sitzt im Schnitt auf deutlichen Verlusten. Frisches Kapital über ETFs reicht offenbar nicht aus, um die durchschnittliche Kostenbasis der bestehenden Anlegerschaft spürbar zu heben.

Goldmans stiller Rückzug

Ein Blick auf die institutionellen Eigentümerstrukturen liefert zusätzlichen Kontext. Im 13F-Bericht für das vierte Quartal 2025 meldete Goldman Sachs noch XRP-ETF-Positionen von Bitwise, Franklin Templeton, Grayscale und 21Shares im Wert von fast 154 Millionen Dollar. Damit war die Bank zum Jahresende 2025 der größte institutionelle Halter von XRP-ETFs.

Diese Position hielt nicht lange. Der 13F-Bericht für das erste Quartal 2026, Mitte Mai veröffentlicht, zeigt zum 31. März null XRP-ETF-Anteile bei Goldman Sachs. Nicht reduziert, nicht verkleinert — komplett aufgelöst. Zum Höchststand hielt die Bank fast 73 Prozent aller institutionellen XRP-ETF-Bestände.

Bemerkenswert: Der Ausstieg hat den breiteren Zufluss-Trend nicht gestört. In der Woche, in der die Meldung bekannt wurde, verzeichneten US-Spot-XRP-ETFs laut SoSoValue Nettozuflüsse von etwa 60,5 Millionen Dollar — der bisher stärkste Wochenwert des Jahres 2026. Die kumulierten Zuflüsse seit dem Marktstart im November 2025 überschritten damit die Marke von 1,39 Milliarden Dollar. Auch im April und Mai setzte sich der Trend fort, das Kapital anderer Anleger füllte die Lücke vollständig.

Goldmans Rückzug beschränkte sich nicht auf XRP. Auch bei Solana-gebundenen ETFs meldete die Bank keine Bestände mehr, während sie ihre Positionen in Bitcoin- und Ether-ETFs sowie Aktien von Krypto-Unternehmen beibehielt. Im Gegenzug baute Goldman seine Aktienanteile an Circle, Galaxy Digital und Coinbase um bis zu 249 Prozent aus — ein Hinweis auf eine strategische Verschiebung hin zu Handel, Zahlungsverkehr und Stablecoin-Geschäft.

Wichtig bleibt die Einordnung: Ein 13F-Bericht zeigt nur eine Momentaufnahme zum Quartalsende, keine laufende Portfolio-Übersicht. Aktuelle Positionen können längst wieder anders aussehen.

Die kurzfristige Struktur bleibt konstruktiv, solange XRP die Ausbruchszone um 1,14 Dollar hält. Ob aus dem Montagsversuch ein nachhaltiger Anstieg wird, hängt davon ab, ob Käufer die Marken bei 1,155 und 1,17 Dollar überwinden — jene Level, die frühere Rallyes bereits gedeckelt haben.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.