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XRP: 7,29 Millionen Dollar Abfluss

XRP-ETFs verzeichnen schwächste Woche mit Millionenabfluss, während Ripple eine volle MiCA-Lizenz in Luxemburg erhält.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schwächste ETF-Woche seit Start
  • Ripple erhält volle EU-Zulassung
  • XRP Kurs nahe Jahrestief
  • Netzwerk-Upgrade kurz bevor

XRP steckt in einem seltsamen Widerspruch. Während die zugehörigen ETFs die schwächste Woche ihrer Geschichte hinlegen, sammelt Mutterkonzern Ripple in Europa eine wichtige regulatorische Zulassung ein. Beide Nachrichten fielen sogar auf denselben Tag.

Die schwächste ETF-Woche seit Start

Die Woche vom 6. bis 10. Juli lief für XRP-ETFs katastrophal. An drei Tagen — dem 6., 7. und 9. Juli — passierte schlicht nichts, kein Handel, keine Zuflüsse.

Dann kam der 8. Juli. An diesem Tag zogen Anleger 7,29 Millionen Dollar aus den Fonds ab, den größten Einzelabfluss seit März. Das gesamte Volumen stammte aus dem Bitwise XRP ETF, der zuvor zwei Tage lang überhaupt keine Handelsaktivität gezeigt hatte. Am 10. Juli folgte mit gerade einmal 107.380 Dollar der zweitniedrigste Zufluss der Fondsgeschichte.

Brisant: Der große Abfluss fiel exakt auf den Tag, an dem Ripples neue EU-Lizenz bestätigt wurde. Es war der erste Netto-Tagesabfluss seit acht Wochen. Zuvor hatten die XRP-Spot-ETFs neun Wochen in Folge Zuflüsse verbucht, kumuliert 1,48 Milliarden Dollar — selbst während einiger der schwächsten Kursphasen des Jahres.

Ripple erhält volle EU-Zulassung

Der Abfluss traf zusammen mit einem regulatorischen Erfolg für Ripple. Der Konzern sicherte sich von der luxemburgischen Finanzaufsicht eine vollständige MiCA-Lizenz. Damit darf Ripple regulierte Krypto-Zahlungsdienste in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten.

Ripple hält damit weltweit 75 regulatorische Zulassungen. Eine Lücke bleibt: Der institutionelle Stablecoin RLUSD ist in der EU noch nicht als E-Geld-Token zugelassen. Cassie Craddock, Ripples Managing Director für Großbritannien und Europa, kommentierte die Entwicklung so: Der Konzern sei nun voll lizenziert für Europa und wolle die Dynamik der vergangenen Monate weiter nutzen.

Kursbild bleibt angeschlagen

Der Token notiert aktuell bei 1,09 Dollar, nach einem Plus von 0,39 Prozent am Freitag. Auf Wochensicht steht ein moderates Plus von 0,63 Prozent zu Buche, die 30-Tage-Bilanz zeigt dagegen ein Minus von 3,89 Prozent.

Das größere Bild bleibt trist. Seit Jahresbeginn hat XRP fast 42 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als die Hälfte seines Werts. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 trennen den Token derzeit gut 70 Prozent — das Jahrestief bei 1,01 Dollar liegt dagegen nur rund acht Prozent entfernt. Der RSI von 44 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauftsignale, der Kurs bewegt sich klar unter allen relevanten gleitenden Durchschnitten.

Netzwerk-Upgrade steht bevor

Abseits der Kursbewegung bereitet sich die XRP Ledger auf ein technisches Upgrade vor. Version 3.2.0 haben bereits fast 89 Prozent der Validatoren installiert — deutlich über der für die Aktivierung nötigen Schwelle von 80 Prozent. Zusätzlich braucht die Software-Erweiterung noch die formelle Zustimmung durch eine separate On-Chain-Abstimmung unter den vertrauenswürdigen Validatoren.

Ripple hat bereits mit Ja gestimmt. Validatoren, die das neue Update verweigern, riskieren die Trennung vom Netzwerk. Erreicht die Abstimmung die nötige Mehrheit, folgt ein zweiwöchiges Übergangsfenster, bevor das Upgrade endgültig verankert wird.

Community reagiert gespalten auf Sponsoring

Nicht jede Ripple-Nachricht kam bei den Haltern gut an. Ein Sponsoring-Deal mit der University of Kansas, der XRP-Logos auf die Trikots der Jayhawks bringt, löste in der Community deutlichen Unmut aus. CEO Brad Garlinghouse bezeichnete den Moment als seltene Verschmelzung seiner beruflichen und privaten Welt — viele Halter reagierten trotzdem eher frustriert als begeistert.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass regulatorische Durchbrüche in der Vergangenheit stärker auf den Kurs gewirkt haben als reine Promotion-Aktionen. Konkrete Bankpartnerschaften oder klare regulatorische Entscheidungen dürften daher auch in den kommenden Wochen mehr Gewicht für die Kursentwicklung haben als einzelne Marketing-Aktionen.

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