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Symbolbild, KI-generiert

XRP: 72 Prozent mehr aktive Adressen

Trotz Rekordwachstum bei aktiven Adressen und ETF-Zuflüssen fällt der XRP-Kurs weiter. Ripple setzt auf institutionelle Expansion in Europa.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktive Adressen steigen um 72 Prozent
  • Kurs verliert über 70 Prozent vom Jahreshoch
  • XRP-ETFs ziehen achte Woche Kapital an
  • Ripple erhält Lizenz für Stablecoin in Europa

XRP notiert knapp über der Marke von einem Dollar. Der Kurs hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Was auffällt: Während der Preis fällt, laufen die Netzwerkdaten in die entgegengesetzte Richtung.

Nutzer kommen, Kurs bleibt unter Druck

Die Zahl der täglich aktiven Adressen auf dem XRP Ledger stieg in den vergangenen zwei Wochen um fast 72 Prozent — von rund 23.000 auf über 39.500. Das Netzwerk wächst wöchentlich um etwa 19.000 neue Konten. Kein Wunder, dass Marktbeobachter von einer Neubewertung durch Anleger sprechen, während XRP knapp über seinem psychologischen Tiefstwert von einem Dollar handelt.

Der RSI liegt bei 32, was technisch als überverkauft gilt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar ist der Token mehr als 70 Prozent entfernt.

Die 16-Billionen-Dollar-Lücke

Ripple-CEO Brad Garlinghouse brachte die Lage auf den Punkt. Die Unternehmen, die Ripple übernommen hat, verarbeiten jährlich rund 16 Billionen Dollar an Zahlungen und Clearingvolumen. Der Anteil digitaler Assets daran liegt derzeit nahe null Prozent.

Genau das ist Garlinghouses Argument für weiteres Wachstum. Ripple will klassische Finanzinfrastruktur auf Blockchain-Basis verlagern. Das XRP Ledger soll dabei als zentrales Abwicklungssystem für institutionelle Zahlungsströme dienen. Im ersten Quartal 2026 verarbeitete die On-Demand-Liquidity-Lösung bereits mehr als 35 Milliarden Dollar.

ETF-Zuflüsse trotz Bitcoin-Abflüssen

Während Bitcoin am 26. Juni Nettoabflüsse von 444 Millionen Dollar verzeichnete, zogen XRP-Spot-ETFs in den USA zum achten Mal in Folge frisches Kapital an. Die Wochenzuflüsse lagen bei knapp 23 Millionen Dollar. Den größten Anteil verbuchte der Bitwise XRP ETF mit rund 11 Millionen Dollar.

Seit dem Start der XRP-Spot-ETFs Ende 2025 summieren sich die Zuflüsse auf etwa 1,47 Milliarden Dollar. Einen stabilen Preisboden haben diese Mittelzuflüsse bisher nicht erzeugt — aber sie zeigen, dass institutionelle Nachfrage unabhängig von Bitcoins Kursschwankungen besteht.

Europa öffnet die Tür

Ripple hat in Luxemburg eine vorläufige Zulassung als Krypto-Dienstleister erhalten. Die Lizenz ermöglicht es, den Dollar-Stablecoin RLUSD in allen 30 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums anzubieten. Das Timing ist kein Zufall: Die MiCA-Compliance-Frist lief am 1. Juli ab.

In den USA läuft der CLARITY Act noch durch den Senat. Technische Streitpunkte rund um Abschnitt 604 des Gesetzes bremsen die Abstimmung. Ob Europa damit vorerst das regulatorisch klarere Terrain für Ripple bleibt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen — gemessen daran, wie schnell RLUSD im EWR tatsächlich skaliert.

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