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XRP: 53,85 Prozent Verlust in zwölf Monaten

XRP steigt auf 1,11 US-Dollar, bleibt aber unter wichtigen Durchschnitten. Ripple treibt RLUSD und Partnerschaften voran, während ETF-Abflüsse belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von knapp zwei Prozent
  • Unter allen gleitenden Durchschnitten
  • Ripple expandiert mit Stablecoin RLUSD
  • ETF-Abflüsse und schwaches Orderbuch

XRP notiert am 10. Juli 2026 bei 1,11 US-Dollar und legt auf Tagessicht um 1,94 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,18 Prozent, doch die Bilanz der vergangenen 30 Tage bleibt mit minus 2,40 Prozent negativ. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung knapp 41 Prozent verloren, binnen zwölf Monaten sogar 53,85 Prozent. Vom Rekordhoch bei 3,65 US-Dollar aus dem Juli 2025 trennen XRP damit weiterhin fast 70 Prozent. Erst Ende Juni war der Kurs mit 1,01 US-Dollar auf ein Zwölfmonatstief gefallen, von dem er sich seither um knapp zehn Prozent erholt hat.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der jüngste Anstieg über die psychologisch wichtige Marke von 1,10 US-Dollar ging laut mehreren Marktbeobachtern mit einer deutlichen Volumenspitze einher – rund 43,5 Millionen gehandelte XRP-Einheiten, etwa 88 Prozent über dem 24-Stunden-Durchschnitt. Ein fundamentaler Auslöser für den Ausbruch war nicht erkennbar, die Bewegung wird überwiegend technisch gedeutet. Nachhaltig überzeugend fällt die Erholung bislang nicht aus: Der Kurs liegt weiterhin unter allen drei wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft bei 1,18 US-Dollar, das entspricht einem Abstand von 5,54 Prozent. Der 100-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,28 US-Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,46 US-Dollar – letzterer damit rund 24 Prozent über dem aktuellen Niveau. Der Relative-Stärke-Index von 47,2 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 36,83 Prozent auf anhaltend nervöse Kursausschläge hindeutet. Mehrere Analysten sehen die nächste Unterstützung im Bereich von 1,05 bis 1,07 US-Dollar; ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung 1,00 US-Dollar öffnen. Als Widerstände gelten die Marken bei 1,17, 1,25 und 1,30 US-Dollar.

ETF-Abflüsse und schwaches Orderbuch

Die institutionelle Nachfrage zeigt sich zuletzt gedämpft. Am 8. Juli verzeichneten die Spot-XRP-ETFs einen Nettoabfluss von 7,29 Millionen US-Dollar. Zugleich fiel das Open Interest am Terminmarkt auf rund 350,6 Millionen US-Dollar, den niedrigsten Stand seit Monaten – ein Hinweis darauf, dass kaum frisches Kapital in den Markt fließt und Verkäufer weiterhin die Oberhand behalten. Der Binance-Volumen-Z-Score ist zuletzt auf minus 0,59 gefallen und damit unter den 30-Tage-Durchschnitt gerutscht, während der Binance-Scarcity-Index für XRP mit 0,77 den höchsten Stand seit Mitte 2024 erreicht hat. Auf der anderen Seite ist die Handelsbörsenreserve an XRP binnen weniger Monate von 3,76 Milliarden auf rund 1,6 Milliarden Einheiten gesunken, ein Siebenjahrestief. Ein erheblicher Teil dieser abgezogenen Bestände dürfte in die Spot-ETFs geflossen sein, die kumuliert inzwischen 1,43 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen und Nettovermögenswerte von 1,11 Milliarden US-Dollar ausweisen.

Ripple treibt RLUSD und Partnerschaften voran

Während der Kurs schwächelt, expandiert Ripple operativ auf mehreren Ebenen. Der unternehmenseigene Stablecoin RLUSD ist inzwischen bei OKX mit mehr als 280 Handelspaaren gelistet, dient bei Bullish als Sicherheit für Bitcoin-Optionen und ist über die Brücke Wormhole auch auf Ethereum-Layer-2-Netzwerken wie Base, Optimism, Ink und Unichain verfügbar. Rund 82 Prozent des RLUSD-Angebots liegen mittlerweile auf Ethereum statt auf dem XRP Ledger selbst. Ripple erhielt zudem eine vorläufige CASP-Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA in Luxemburg sowie eine Lizenz der Finanzaufsicht DFSA in Dubai, wo das Unternehmen einen neuen Regionalsitz eröffnet hat. Für Aufsehen sorgte zudem eine fünfjährige Sponsoring-Vereinbarung mit der University of Kansas: Ab Herbst 2026 tragen die Kansas Jayhawks ein XRP-Logo auf ihren Trikots, das erste Krypto-Sponsoring dieser Art im großen US-College-Sport. In der XRP-Community stieß der Deal auf gemischte Resonanz – Kritiker bemängelten die Mittelverwendung angesichts der schwachen Kursentwicklung, während Befürworter den Markenzugewinn und die zusätzliche Finanzierung für Studierende hervorhoben.

Regulatorisches Umfeld bleibt im Fluss

Parallel zur Ripple-Expansion bewegt sich die Regulierung in den USA und der EU. Der US-Senat kehrt am 13. Juli aus der Sommerpause zurück, ein konkreter Abstimmungstermin über das als CLARITY Act bekannte Kryptomarktgesetz steht bislang jedoch nicht fest. Marktbeobachter hoffen auf Fortschritte bei dem Gesetzesvorhaben, da dieses potenziell milliardenschwere zusätzliche ETF-Zuflüsse auslösen könnte – belastbare Zusagen dazu gibt es derzeit nicht. In Europa bereitet die EU-Kommission unterdessen eine Überarbeitung der MiCA-Verordnung vor, die auch außereuropäische Stablecoin-Emittenten stärker regulieren soll. Ein formeller Vorschlag wird nicht vor 2027 erwartet, die Stellungnahmefrist für die Branche läuft bis Ende September. Zusätzliche Beachtung fand die Inbetriebnahme eines Blockchain-Ledgers von SWIFT gemeinsam mit 17 Banken, darunter HSBC und Citi, für tokenisierte grenzüberschreitende Zahlungen – ein System, das laut Berichten keinen zwingenden Einsatz von XRP vorsieht, wenngleich ein erheblicher Teil der beteiligten Banken bereits Kontakte zu Ripple unterhält.

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