XRP hat sich von seinem Rutsch unter die Marke von einem Dollar deutlich erholt und notiert aktuell bei 1,48 Dollar. Die Erholung fällt in eine Phase, in der institutionelle Anleger über börsengehandelte Fonds kaum noch Kapital in den Token stecken, während große Wallets kräftig zukaufen.
ETF-Zuflüsse brechen ein
Medienberichten zufolge sind die wöchentlichen Netto-Zuflüsse in die sieben US-amerikanischen Spot-XRP-ETFs für die Woche bis zum 8. August um 93 Prozent eingebrochen – von 14,86 Millionen Dollar in der Vorwoche auf nur noch 1,01 Millionen Dollar. Das verwaltete Vermögen der Fondsfamilie lag Mitte August bei rund 994 Millionen Dollar.
Auch der Blick auf den gesamten Monat August fällt ernüchternd aus: Bis zum 19. August kamen kumuliert lediglich 3,27 Millionen Dollar an frischem Kapital herein, nach 27,29 Millionen Dollar im gesamten Juli.
Immerhin gab es am 18. August wieder einen positiven Tag mit rund 5,81 Millionen Dollar Zufluss, angeführt von Bitwise mit etwa 2,24 Millionen Dollar und Grayscale mit rund 1,94 Millionen Dollar.
Die schwache ETF-Nachfrage steht in auffälligem Kontrast zur Kursbewegung: XRP hat in den vergangenen sieben Tagen um 49 Prozent zugelegt, ein Tempo, das kaum zu den mageren Fondszuflüssen passt und eher auf andere Käufergruppen hindeutet.
Große Wallets bauen Positionen auf
Genau hier setzt die zweite große Beobachtung an: Berichten zufolge haben Wallet-Adressen mit Beständen zwischen einer und zehn Millionen XRP in der Woche um den 18. August rund 380 Millionen Token zugekauft.
Parallel dazu schnellten großvolumige Transfers in derselben Woche um 280 Prozent nach oben. Die Käufe fielen zeitlich mit dem Wyoming Blockchain Symposium zusammen, bei dem Ripple-Chef Brad Garlinghouse gemeinsam mit SEC-Chairman Paul Atkins auftrat.
Ripple selbst sorgte zusätzlich für Bewegung im Netzwerk: Das Unternehmen überwies am 13. August 50 Millionen XRP im Wert von etwa 50,5 Millionen Dollar an eine unbekannte Wallet, von der später eine Million Token an Binance weiterwanderte. Diese Transaktion wurde von Marktbeobachtern eng verfolgt und zunächst mit erneutem Verkaufsdruck in Verbindung gebracht.
Kurz zuvor, am 1. August, hatte Ripple laut Marktberichten 700 Millionen XRP aus der monatlichen Freigabe zurück ins Escrow-Konto gebucht – eine Bewegung, die eher auf Zurückhaltung als auf Verkaufsabsicht schließen lässt.
Politisches Umfeld bleibt entscheidend
Auf regulatorischer Seite bleibt der CLARITY Act der zentrale Termin für Marktteilnehmer. Nachdem eine Abstimmung im Senat bereits auf September verschoben wurde, rief Präsident Trump den Kongress in der laufenden Woche dazu auf, das Gesetz zu verabschieden – in einer Woche, in der Garlinghouse in Washington präsent war.
Zusätzliche Unsicherheit hatte zuvor die Absage eines offenen Treffens der SEC am 14. August ausgelöst, das von Kryptomedien mit der ungeklärten Regulierungslage rund um XRP in Verbindung gebracht wurde.
Auch abseits der Politik tat sich etwas im Ökosystem: Ripples Stablecoin RLUSD überschritt eine Zirkulation von 2 Milliarden Dollar, wobei der Großteil der neuen Ausgabe auf Ethereum erfolgte.
Zudem startete am 14. August ein von Axelar ausgegebenes, gewrapptes Solana-Asset auf der XRP Ledger – nicht natives Solana, aber ein weiteres Signal für die wachsende Vernetzung der Ledger mit anderen Chains.
Ein technischer Zwischenfall trübte das Bild kurzzeitig: Eine Bridge verlor binnen 97 Minuten fast 200.000 XRP, wobei der Fehler laut Berichten in der Bridge-Software selbst lag und die XRP Ledger nicht betroffen war.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Kräftige Whale-Käufe und politischer Rückenwind treiben den Kurs, während institutionelles Kapital über ETFs bislang zurückhaltend bleibt.
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