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XRP: 37-Prozent-Crash nach 1,35-Milliarden-Liquidationen

XRP zeigt sich nach massiven Derivate-Liquidationen erholt und profitiert von institutionellen Initiativen sowie regulatorischen Fortschritten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Flash-Crash von 37 Prozent
  • Milliardenschwere Long-Liquidationen
  • Institutioneller Kreditfonds angekündigt
  • RLUSD-Volumen übertrifft Stellar

XRP hat einen der wildesten Handelstage des Jahres hinter sich. Nach einem heftigen Flash-Crash von rund 37 Prozent, ausgelöst durch Liquidationen von Krypto-Derivaten in Höhe von 1,35 Milliarden Dollar, hat sich die Kryptowährung rasch wieder erholt. Aktuell notiert XRP bei 1,48 US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 48 Prozent zu Buche.

Massive Liquidationswelle erschüttert den Kryptomarkt

Am heutigen Samstag gerieten Bitcoin, Ethereum und Altcoins gemeinsam unter Druck. Innerhalb weniger Minuten verschwanden nach Marktdaten 108 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, mehr als 1,7 Milliarden Dollar wurden über alle Kryptowährungen hinweg liquidiert, betroffen waren über 280.000 Trader.

Bitcoin fiel zeitweise auf 76.500 Dollar, Ethereum auf 2.426 Dollar. Bei XRP wurden allein rund 500 Millionen Dollar an Long-Positionen zwangsaufgelöst, größtenteils über die Börse Binance. Der Long-Short-Ratio-Wert lag zuvor bei 73 bis 74 Prozent zugunsten der Longs – eine Positionierung, die den heftigen Rücksetzer begünstigte.

Trotz des Schocks fiel die Erholung schnell aus. XRP kletterte im Tagesverlauf zeitweise bis auf 1,68 Dollar, bevor sich der Kurs bei knapp 1,50 Dollar einpendelte. Der technische Indikator RSI notiert mit 85,6 tief im überkauften Bereich, was auf eine angespannte kurzfristige Lage hindeutet.

Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,09 Dollar beträgt 36 Prozent – ein Hinweis darauf, wie weit sich der Kurs zuletzt von seinem mittelfristigen Trend entfernt hat.

Ripple treibt institutionelle Expansion voran

Hinter der Rally steht eine Häufung positiver Unternehmensnachrichten. Ripple kündigte gemeinsam mit den Plattformen Clearpool und Cicada Partners einen institutionellen Kreditfonds an, der auf dem XRP Ledger aufsetzt und Kredite in der Ripple-eigenen Stablecoin RLUSD vergeben soll.

Clearpool bringt dabei seine seit 2021 aufgebaute Infrastruktur mit mehr als 930 Millionen Dollar vergebenen institutionellen Krediten ein, Cicada Partners übernimmt das Kreditrisikomanagement mit einem gezeichneten Volumen von über 860 Millionen Dollar.

Ripple selbst tritt als Limited Partner auf, ohne Verlustgarantie zu übernehmen. Der Start hängt noch von einer technischen Anpassung des Ledgers, dem sogenannten XLS-65/66-Amendment, ab.

Parallel dazu meldete Ripple Prime eine Anleihefinanzierung über 275 Millionen Dollar mit einem Kupon von 8,25 Prozent und Fälligkeit 2031, bewertet mit einem BBB-Rating der Ratingagentur KBRA.

Laut mehreren Berichten kauften Wale binnen 96 Stunden rund 300 Millionen XRP-Token zu. Auch die XRP Ledger selbst gewinnt an Bedeutung im Stablecoin-Segment: Das Handelsvolumen von RLUSD auf der Chain überholte nach Berichten zeitweise das der Konkurrenzkette Stellar.

Politisches Umfeld und Ausblick

Ripple-CEO Brad Garlinghouse äußerte sich nach Treffen im Weißen Haus und mit dem neu eingerichteten Innovationsausschuss der US-Terminbörsenaufsicht CFTC. Er bezeichnete das Gremium, dem unter anderem Nasdaq, NYSE, Cboe, die OCC und die DTCC angehören, als „Olympic Roster of Crypto“ und forderte klarere Regeln für digitale Assets. Am 15. September steht zudem eine Abstimmung über den sogenannten CLARITY Act an, der als möglicher weiterer Kurstreiber gilt.

Spot-XRP-ETFs verzeichneten in den vergangenen Tagen Nettozuflüsse, unter anderem 13,24 Millionen Dollar am Donnerstag und 18,38 Millionen Dollar am Freitag. Für Anleger bleibt die Gemengelage aus regulatorischem Rückenwind, institutionellem Ausbau des Ledgers und der zuletzt stark überkauften technischen Verfassung entscheidend für die kommenden Handelstage.

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Diskussion zu XRP

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.