XRP notiert am heutigen Montag bei 1,52 US-Dollar und legt binnen 24 Stunden um 3,8 Prozent zu. Die Kryptowährung erholt sich damit von einem Rücksetzer, der auf einen kräftigen Kursschub in der Vorwoche folgte.
Auslöser der jüngsten Rally war ein politischer Auftritt: Am Mittwoch vergangener Woche stand Ripple-Chef Brad Garlinghouse gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump, SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Chef Mike Selig im Weißen Haus, um über die Regulierung von Digitalwährungen zu sprechen. Trump forderte den Kongress dabei auf, den CLARITY Act zu verabschieden.
Rally, Rücksetzer, Erholung
Die Ankündigung markierte einen Bruch mit dem seit einem Jahr anhaltenden Abwärtstrend und trieb XRP über zwei Handelstage um rund 30 Prozent nach oben.
Am Freitag stieg die Notierung um 14,61 Prozent auf 1,4538 Dollar, während gleichzeitig Bitcoin um 7,26 Prozent auf 78.335 Dollar zulegte und Ether um 8,12 Prozent auf 2.515 Dollar kletterte – ein Signal dafür, dass die Bewegung den gesamten Kryptomarkt erfasste und nicht nur einen einzelnen Titel betraf.
Am Samstag erreichte XRP mit 1,7 Dollar den höchsten Stand seit Januar, bevor ein Rückschlag bei Bitcoin unter 76.000 Dollar, ausgelöst durch die Auflösung hochgehebelter Long-Positionen, den Kurs wieder auf rund 1,48 Dollar drückte.
Befeuert wurde die gesamte Bewegung zusätzlich durch eine Intervention am Anleihemarkt: US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am Mittwoch an, die Rückkaufoperationen im langlaufenden Segment mindestens zu verdoppeln, von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation, mit Laufzeit vom 9. September bis zum 4. November.
Die daraufhin fallenden Anleiherenditen begünstigten risikoreichere Anlageklassen und lösten einen Short-Squeeze aus, bei dem branchenweit rund 2,7 Milliarden Dollar an Krypto-Short-Positionen liquidiert wurden.
CLARITY Act als nächster Prüfstein
Für Anleger rückt nun der 15. September in den Fokus: An diesem Tag ist eine Cloture-Abstimmung zum CLARITY Act angesetzt, deren erfolgreicher Ausgang das Gesetz faktisch zur Verabschiedung führen würde. Das Regelwerk soll erstmals klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC für Digitalwährungen festlegen – ein Kernanliegen der Krypto-Branche seit Jahren.
Auch auf technischer Ebene bewegt sich bei Ripple einiges. Bereits am 8. August ging Version 3.3.0 des XRP Ledger live, mit sechs vorgeschlagenen Änderungen. Die bedeutendste davon, „Confidential Transfers“, verschlüsselt künftig Guthaben und Zahlungsbeträge bei Multi-Purpose Tokens, sodass Finanzinstitute Transaktionen abwickeln können, ohne sensible Positionsdaten offenzulegen.
Ergänzt wird das Update durch die Amendments Batch, Sponsor und Permission Delegation, die Transaktionseffizienz und delegierte Berechtigungsverwaltung verbessern sollen.
Wenige Tage später, am 11. August, stimmte Ripple für zwei weitere Vorschläge namens XLS-65 und XLS-66, die native Asset-Vaults sowie eine Infrastruktur für befristete institutionelle Kreditvergabe direkt auf Protokollebene einführen würden.
ETF-Zuflüsse ziehen wieder an
Auch die Fondsseite zeigt Bewegung: In der Woche bis zum 21. August flossen 39,78 Millionen Dollar netto in Spot-XRP-ETFs, die stärkste Woche seit Mai. Allein am 21. August kamen 18,38 Millionen Dollar hinzu, zeitgleich mit dem 20-Prozent-Kurssprung – angeführt vom Fonds des Anbieters Bitwise mit 16,89 Millionen Dollar.
Parallel verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs am selben Tag mit 517 Millionen Dollar ihren stärksten Tageszufluss seit Anfang Mai, Ether-Fonds kamen auf 189 Millionen Dollar, den höchsten Wert seit Oktober 2025.
Nicht jede kursierende Nachricht hält der Überprüfung stand: Spekulationen, wonach XRP über den FedNow-Technologiepartner Volante Technologies direkt in die Zahlungsinfrastruktur der US-Notenbank eingebunden werden könnte, wiesen Kommentatoren zurück – die Federal Reserve habe XRP für keinerlei Anwendung freigegeben, die Verbindung sei allenfalls indirekt.
Historisch bleibt der im Mai 2026 rechtskräftig abgeschlossene Rechtsstreit mit der SEC ein Fundament für das gestiegene institutionelle Vertrauen: Richterin Torres bestätigte damals die einvernehmliche Klageabweisung mit Sachurteilswirkung, nachdem Ripple eine Zahlung von 125 Millionen Dollar geleistet hatte.
Im November 2025 folgte die SEC-Zulassung der ersten Spot-XRP-ETFs, unter anderem von Bitwise, Grayscale, 21Shares, Canary Capital und Franklin Templeton – die Basis für die nun wieder anziehenden Fondszuflüsse.
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