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Symbolbild, KI-generiert

XRP: 22.888 aktive Adressen auf Jahrestief

Trotz schwacher On-Chain-Daten und ETF-Abflüssen hält der XRP-Kurs. Großanleger stützen das Niveau durch Umlagerungen in Storage-Wallets.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ETF-Zuflussserie nach neun Wochen gerissen
  • Aktive Adressen auf Jahrestief gefallen
  • Großanleger stützen Kurs durch HODLing
  • Dienstleister-Integrationen steigen leicht

XRP steckt in einem Widerspruch. Während die Netzwerkaktivität der XRP Ledger auf einige der schwächsten Werte des Jahres fällt, hält sich der Kurs hartnäckig um die Marke von 1,10 US-Dollar. Gleichzeitig ist eine neunwöchige Serie von ETF-Zuflüssen gerissen. Zwei Warnsignale, ein stabiler Kurs — diese Kombination wirft Fragen auf.

Die ETF-Serie reißt

Am 8. Juli zogen Anleger 7,29 Millionen Dollar aus US-Spot-XRP-ETFs ab. Es war der größte Einzeltag-Abfluss seit März und beendete eine bemerkenswert stabile Serie von neun aufeinanderfolgenden positiven Wochen. Die gesamte Abflusssumme stammte aus dem Bitwise-XRP-ETF, der zuvor zwei Handelstage ohne jede Aktivität verzeichnet hatte.

Die kumulierten Zuflüsse von 1,48 Milliarden Dollar aus den neun Wochen bleiben zwar bestehen. Die Dynamik davor war aber schon vorher am Abklingen. Am 6. und 7. Juli bewegte sich gar nichts — null Nettoflüsse an beiden Tagen. Das folgte auf einen moderaten Zufluss von 6,55 Millionen Dollar am 2. Juli, der wiederum einem kleinen Abfluss von 1,86 Millionen Dollar am 1. Juli folgte.

Seither hat sich die Lage weiter zugespitzt. Am 10. Juli kamen gerade einmal 107.000 Dollar an neuen Mitteln herein, das verwaltete Gesamtvermögen der ETFs rutschte unter die Marke von einer Milliarde Dollar. Die fünf US-amerikanischen Spot-Ripple-Produkte steuern damit auf ihre schwächste Woche seit Ende März zu — mit drei aufeinanderfolgenden Handelstagen ohne jeden Nettofluss.

Aktive Adressen fallen auf Jahrestief

Parallel zur nachlassenden ETF-Nachfrage bröckeln die On-Chain-Kennzahlen deutlich. Die täglich aktiven Adressen auf der XRP Ledger fielen zuletzt auf 25.350 — der zweitniedrigste Wert des Jahres. Neue Wallets entstanden nur noch in Höhe von 2.130 pro Tag, der schwächste Stand seit November 2024.

Der Rückgang setzte sich fort. Aktuell liegen die aktiven Adressen bei nur noch 22.888. Ein kurzes Aufflackern gab es am 15. Juni, als verstärktes Dip-Buying den Kurs und die Adressenaktivität kurzzeitig anhob. Die Erholung war aber nur von kurzer Dauer: XRP fiel zurück in die vertraute Spanne zwischen 1,05 und 1,15 Dollar, die aktiven Adressen setzten ihren Abwärtstrend fort.

Ein ähnliches Muster zeigte sich Ende Juni erneut. Neue Wallets schossen an einem Tag auf fast 5.000 hoch — auf den ersten Blick ein Zeichen frischen Interesses. Tatsächlich kaufte aber vor allem die bestehende Anlegerbasis den Dip, nicht neue Nutzer. Sobald das Kaufinteresse abflaute, wurde es auf dem Netzwerk wieder still.

Warum der Kurs trotzdem hält

Trotz schwächelnder Flüsse und sinkender Aktivität ist der Kurs nicht eingebrochen. XRP bewegt sich aktuell bei 1,09 Dollar und damit 8 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, das erst am 26. Juni markiert wurde. Zum bisherigen Jahreshoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 klafft allerdings eine Lücke von gut 70 Prozent.

Die Erklärung für die stabile Preisbasis liegt offenbar bei den großen Haltern. Adressen, die zusammen rund 68 Prozent des Angebots kontrollieren, verschieben ihre Coins verstärkt in Storage-Wallets statt sie zu verkaufen. Das stützt den Kurs, auch wenn immer weniger Nutzer aktiv mit dem Netzwerk interagieren.

Der Kurs liegt derzeit knapp 7 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,17 Dollar und rund 25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,46 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Minus von fast 42 Prozent zu Buche, verglichen mit vor zwölf Monaten sogar ein Rückgang von über 54 Prozent.

Was die Wende bringen könnte

Nicht jede Kennzahl zeigt nach unten. Quellen-markierte Transaktionen — jene Zahlungen, die Börsen und andere Dienste zur Kundenidentifikation nutzen — stiegen um 28,6 Prozent, die Zahl der genutzten Source-Tags selbst um 13 Prozent. Das deutet darauf hin, dass mehr Dienstleister das Netzwerk einbinden als zuvor, auch wenn die reine Nutzerzahl schrumpft.

Marktbeobachter der Analyseplattform Santiment nennen mehrere Entwicklungen, die den Trend drehen könnten: eine breitere Nutzung des Stablecoins RLUSD, mehr tokenisierte Vermögenswerte auf der Ledger, wachsende institutionelle Zahlungsaktivität, der Ausbau der EVM-Sidechain sowie der Start neuer Lending-Tools. Gelingt die Trendwende, sehen die Analysten Potenzial in Richtung 1,50 Dollar.

Bis dahin bleibt die Situation ambivalent. Ohne eine Rückkehr von Neunutzern und institutionellem Kapital hängt der Kurs weiter vor allem am Verhalten der Großhalter — ein fragiles Gleichgewicht, das sich mit jeder neuen Wallet-Statistik verschieben kann.

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