XRP hat am Dienstag die wichtige Marke von 1,13 US-Dollar durchbrochen. Der Kurs legt binnen 24 Stunden gut drei Prozent zu, auf Wochensicht sind es sogar über sechs Prozent. Ein Bündel aus institutionellen Deals, ETF-Zuflüssen und einem anstehenden Protokoll-Update treibt die Nachfrage.
Gericht gibt 130-Millionen-Dollar-Deal frei
Ein US-Insolvenzgericht hat den Verkauf privater Ripple-Anteile im Volumen von 130 Millionen Dollar genehmigt. Die Transaktion ist Teil der Restrukturierung der Pre-IPO-Plattform Linqto und zeigt, wie groß das institutionelle Interesse an Ripple-Beteiligungen mittlerweile ist.
Die Käuferliste liest sich prominent. Galaxy Digital sichert sich Anteile im Wert von 60 Millionen Dollar, Arrington Capital investiert 50 Millionen Dollar. Den Rest teilen sich der Private Shares Fund mit 16 Millionen Dollar und GAM Alternatives Lux mit 4 Millionen Dollar. Ripple selbst verzichtete auf sein Vorkaufsrecht und öffnete damit den Weg für die breitere institutionelle Streuung.
ETFs sammeln weiter Bestände ein
Auch der Markt für Spot-ETFs zeigt Stärke. Bitwise meldete für den 20. Juli Netto-Zuflüsse von 2,49 Millionen Dollar in sein Produkt BWXRP. Damit steigt das verwaltete Vermögen aller XRP-ETFs auf gut eine Milliarde Dollar, kumuliert seit Auflage sind rund 1,49 Milliarden Dollar geflossen.
Die stetigen Käufe der ETF-Anbieter ziehen Token vom Markt ab und verknappen die verfügbaren Bestände an den Börsen. Charttechniker verweisen zusätzlich auf einen Ausbruch aus einem symmetrischen Dreieck auf Stundenbasis. Nach einem Kaufsignal bei 1,109 Dollar in der Vorwoche gilt ein nachhaltiger Sprung über 1,13 Dollar nun als möglicher Auslöser für eine Bewegung Richtung 1,35 Dollar.
Der Kurs notiert damit exakt an seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,12 Dollar — ein Bereich, den viele Trader als kurzfristige Weichenstellung lesen. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,42 Dollar fehlen dagegen noch gut 20 Prozent, ein Erinnerung daran, dass die Erholung noch jung ist.
Validatoren stimmen über Sechser-Paket ab
Parallel zur Kursbewegung nimmt die technische Weiterentwicklung des XRP Ledger Fahrt auf. Laut dem Validator-Dienst Vet könnte die Abstimmung über ein umfangreiches Amendment-Paket bereits in den kommenden zwei Wochen beginnen.
Das Paket bündelt mehrere Neuerungen:
- Batch-Transaktionen: gleichzeitige Verarbeitung mehrerer Transfers für mehr Netzwerkeffizienz
- Confidential Transfers: verbesserte Privatsphäre bei Transaktionen
- Sponsored Fees and Reserves: Mechanismen, mit denen Dritte Accounts finanzieren können
- Permission Delegation: optimierte Rechteverwaltung für institutionelle Nutzer
- Dynamic MPT: flexiblere Multi-Purpose-Tokens plus Fehlerkorrekturen im Lending-Protokoll
Die Updates sollen den Speicherbedarf für Node-Betreiber senken und die Synchronisation im Netzwerk stabilisieren.
Weniger Zahlungen, aber mehr Marktwert
Nicht alle Signale zeigen in dieselbe Richtung. Die täglichen Zahlungen auf dem XRP Ledger fielen am 18. Juli auf rund 325.888 — der niedrigste Stand seit neun Monaten. Als Hauptgrund gilt ein Rückgang bei der Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA).
Trotzdem bleibt XRP mit einer Marktkapitalisierung von knapp 70 Milliarden Dollar die sechstgrößte Kryptowährung. Zum bisherigen Jahresverlauf lohnt der Blick auf die größere Distanz: Seit Jahresbeginn steht der Kurs noch mit fast 40 Prozent im Minus, zum 52-Wochen-Hoch von 3,64 Dollar aus dem Juli 2025 fehlen fast 70 Prozent. Die aktuelle Erholung ist damit eher eine Stabilisierung nach schwerem Rückschlag als eine neue Euphorie-Phase.
Strukturell bleibt die Basis intakt: Ripples volle MiCA-Zulassung in Europa und der geplante Start des Stablecoins RLUSD in Japan liefern weiter das Fundament für die langfristige Netzwerknutzung. Ob die Validatoren-Abstimmung in den kommenden zwei Wochen wie angekündigt startet und welche technischen Verbesserungen sie tatsächlich bringt, wird sich zeigen — die Weichen dafür sind gestellt.
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