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XRP: 118 Millionen ETF-Zuflüsse im Mai

Ripple verstärkt Lobbyarbeit in Washington, während XRP-ETFs Rekordzuflüsse verzeichnen. Der Kurs fällt dennoch auf Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Büro in Washington D.C.
  • 118 Mio. USD Zuflüsse bei XRP-ETFs
  • RLUSD-Stablecoin auf Binance integriert
  • XRP-Kurs fällt auf 1,22 USD

Ripple eröffnet ein erweitertes Büro in Washington D.C. — und sendet damit ein klares Signal: Das Unternehmen will die US-Kryptoregulierung nicht abwarten, sondern mitgestalten. Währenddessen zeigt der XRP-Kurs eine ganz andere Richtung.

Direkt ins Zentrum der Macht

Am 2. Juni 2026 nahm das neue Washingtoner Büro seinen Betrieb auf. Chief Legal Officer Stuart Alderoty beschreibt es als zentralen Hub für den Dialog mit Kongress, Regulierungsbehörden und Industriepartnern. Die Botschaft: Regulierung gestalten, nicht umgehen.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Über 100 Unternehmen der Branche — darunter Coinbase und Kraken — fordern gemeinsam eine Abstimmung über den CLARITY Act, der digitale Assets erstmals klar klassifizieren würde. CEO Brad Garlinghouse sieht das Fenster für regulatorische Klarheit „weit offen“ und die Branche „näher denn je“ an einem Durchbruch.

Institutionelles Kapital strömt in XRP-Produkte

Parallel zur politischen Offensive wächst das institutionelle Interesse an XRP-basierten Anlageprodukten. US-Spot-XRP-ETFs verzeichneten im Mai Nettozuflüsse von 118 Millionen USD — der stärkste Monat im laufenden Jahr. Emittenten wie Bitwise, Canary und Franklin profitieren davon.

Goldman Sachs gilt derzeit als größter institutioneller Halter von XRP-ETF-Anteilen, mit einem verwalteten Volumen von rund 154 Millionen USD. Insgesamt meldeten 83 Institutionen Positionen, das Gesamtvermögen in diesem Segment liegt bei etwa 1,21 Milliarden USD.

Infrastruktur und Börsenpläne

Abseits der politischen Bühne treibt Ripple seine Stablecoin-Infrastruktur voran. Der RLUSD-Stablecoin ist nach dem Start in der Türkei nun auch über Binance auf dem XRP Ledger integriert — Einzahlungen sind dort bereits seit Februar 2026 möglich.

Obendrein plant Evernorth Holdings, ein von Ripple unterstütztes Unternehmen, ein Nasdaq-Listing unter dem Ticker „XRPN“. Das Unternehmen hat dazu ein geändertes S-4-Formular bei der SEC eingereicht. Ziel ist eine „XRP Treasury“ mit Investorenzusagen von über einer Milliarde USD, unter anderem von SBI Holdings und Pantera Capital.

Kurs nahe Jahrestief

Die strategischen Fortschritte spiegeln sich im Kurs bislang nicht wider. XRP notiert aktuell bei 1,22 USD — ein Minus von rund 12 Prozent im vergangenen Monat und gut 35 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Das 52-Wochen-Hoch von 3,56 USD liegt damit in weiter Ferne.

Hinzu kommt ein schwaches Marktumfeld: Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf 23 — „extreme Angst“. Am 1. Juni wurden routinemäßig eine Milliarde XRP aus dem Treuhandvertrag freigegeben; Ripple führte davon rund 700 Millionen XRP unmittelbar in neue Escrow-Verträge zurück. Die verbleibenden Bestände belaufen sich auf etwa 33,35 Milliarden XRP.

Ob die Lobby-Offensive in Washington tatsächlich zu regulatorischer Klarheit führt, entscheidet sich spätestens mit einer möglichen Abstimmung über den CLARITY Act — ein Ereignis, das die Branche seit Monaten als Katalysator für eine neue Aufwärtsbewegung einpreist.

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