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Symbolbild, KI-generiert

XRP: 1,05 Dollar nach MiCA-Stichtag

Trotz wichtiger CASP-Lizenz in der EU und Fortschritten in den USA fällt der XRP-Kurs weiter. Wale kaufen jedoch massiv zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ripple erhält vorläufige CASP-Genehmigung
  • CLARITY Act im US-Senat geplant
  • XRP-Kurs fällt auf 1,05 US-Dollar
  • Wale stocken Bestände um 1,53 Mrd. Token auf

XRP steckt in einem Widerspruch. Während Ripple regulatorisch einen Meilenstein nach dem anderen abräumt, rutscht der Kurs immer tiefer. Am 1. Juli 2026 ist die Kryptowährung nur noch rund 1,05 US-Dollar wert — knapp über dem Jahrestief von 1,01 Dollar.

MiCA-Übergangsfrist läuft aus

Für die Europäische Union endete am 1. Juli 2026 die Übergangsphase der MiCA-Verordnung. Krypto-Dienstleister brauchen jetzt eine vollständige CASP-Zulassung, um in der EU tätig zu sein. Ripple hat sich früh positioniert: Bereits am 23. Juni erhielt das Unternehmen von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF eine vorläufige CASP-Genehmigung.

Zusammen mit einer bereits im Februar erteilten E-Geld-Lizenz kann Ripple damit seinen Stablecoin RLUSD und weitere Krypto-Dienste in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Eine einzige Integration reicht aus. Das ist keine Kleinigkeit: Von über 1.200 Firmen mit nationalen Altlizenzen haben bislang weniger als 250 die volle CASP-Zulassung geschafft. Ripple gehört zu dieser kleinen Gruppe.

USA verschärfen und öffnen zugleich

Auch in den Vereinigten Staaten hat sich zum 1. Juli einiges verändert. Kaliforniens neues Digital Financial Assets Law verlangt von Anbietern digitaler Vermögenswerte eine Lizenz oder zumindest einen laufenden Antrag. Wer sich nicht daran hält, riskiert Strafen von bis zu 100.000 Dollar pro Tag.

Parallel dazu bewegt sich der CLARITY Act durch den Kongress. Das Gesetz soll XRP offiziell als digitales Rohstoffgut einstufen. Der Bankenausschuss des Senats hat es bereits am 14. Mai passiert, Anfang Juni kam es auf den Terminplan des Senats. Eine Abstimmung wird für Ende Juli oder Anfang August erwartet — verpasst der Senat die Sommerpause im August, könnte sich alles ins nächste Jahr verschieben.

Neue Partnerschaft und planmäßiger Token-Release

Ripple baut sein Ökosystem weiter aus. Das Unternehmen ist „Day-One-Integrationspartner“ des neuen Stablecoin-Projekts Open USD, hinter dem Schwergewichte wie BlackRock, Visa, Mastercard und Coinbase stehen. Der Start ist für später in diesem Jahr angesetzt.

Am 1. Juli lief zudem der monatliche Escrow-Release wie geplant: Ripple gab eine Milliarde XRP frei, aufgeteilt in drei Tranchen von 200, 300 und 500 Millionen Token. Nichts Ungewöhnliches — dieses Verfahren gehört zur festen Routine der Angebotssteuerung.

Kurs unter Druck, Wale kaufen trotzdem

Die fundamentalen Fortschritte haben den Kurs bislang nicht gestützt. XRP hat in den vergangenen 30 Tagen fast 19 Prozent verloren, auf Jahressicht steht ein Minus von über 50 Prozent. Der Titel notiert damit rund 30 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 1,49 Dollar — vom Rekordhoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 fehlen fast drei Viertel.

Der RSI von 33,6 signalisiert eine überverkaufte Lage. Trotzdem bleibt institutionelles Interesse spürbar: Spot-ETFs auf XRP verzeichneten im Juni bereits den dritten Monat in Folge Nettozuflüsse, diesmal 59,4 Millionen Dollar.

Noch auffälliger ist das Verhalten der großen Wallet-Halter. Diese sogenannten Wale haben ihre Bestände in den vergangenen sechs Monaten um rund 1,53 Milliarden Token aufgestockt und kontrollieren inzwischen etwa 74 Prozent des zirkulierenden Angebots. Das Open Interest ist gleichzeitig auf ein Jahrestief gefallen — ein Hinweis darauf, dass der Verkaufsdruck durch gehebelte Positionen nachlässt.

Charttechnisch verteidigt XRP aktuell die Unterstützungszone zwischen 0,90 und 1,00 Dollar, von der aus zuletzt eine Erholung einsetzte. Der Widerstand liegt bei etwa 1,13 Dollar. Historisch war der Juli für XRP ein starker Monat: Über alle erfassten Jahre hinweg lag der durchschnittliche Gewinn bei 9,53 Prozent.

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