Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat ein klares Ziel ausgegeben: Bis Ende 2026 soll das Unternehmen eine jährliche Umsatzrate von einer Milliarde Dollar erreichen. Das Besondere daran — XRP-Bestände in der Bilanz zählen dabei ausdrücklich nicht mit. Ripple will beweisen, dass es als Fintech-Infrastrukturanbieter aus eigener Kraft wächst.
Wachstum jenseits des Token-Kurses
Der Kurs spricht aktuell eine andere Sprache. XRP notiert bei rund 1,14 Dollar — knapp 21 Prozent unter dem Niveau vor einem Monat und weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar. Der RSI liegt bei 35,8 und signalisiert überverkaufte Bedingungen.
Garlinghouse setzt dagegen auf das operative Geschäft. Wachstumstreiber Nummer eins ist die Übernahme von Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Das Unternehmen wickelt jährlich rund drei Billionen Dollar Volumen ab und liefert Ripple eine fertige Infrastruktur für institutionelle Kredit- und Clearingdienste.
Hinzu kommt der Dollar-Stablecoin RLUSD. Er hat inzwischen 1,7 Milliarden Dollar an verwalteten Assets erreicht. Davon zirkulieren 763 Millionen Dollar direkt auf dem XRP Ledger.
Technisches Upgrade und neue Märkte
Am 15. Juni steht ein wichtiges Software-Update an. Version 3.2.0 des XRP Ledgers bringt neben einer Umbenennung des Kernsoftware-Clients von „rippled“ zu „xrpld“ auch handfeste technische Verbesserungen. Der Speicherbedarf für Netzwerk-Nodes soll um bis zu 40 Prozent sinken. Das schafft Kapazität für höheren Transaktionsdurchsatz — wichtig für institutionelle Anwendungsfälle wie das neu gestartete XRPL AI Starter Kit für automatisierte Zahlungen.
Parallel dazu hat sich der XRP Ledger zum viertgrößten Protokoll für tokenisierte Realwerte entwickelt. Rund vier Milliarden Dollar an Vermögenswerten liegen on-chain — hinter Canton, Provenance und Ethereum, aber vor allen anderen Netzwerken.
Institutionelles Kapital fließt weiter
Trotz des schwachen Kurses zeigen institutionelle Investoren Ausdauer. XRP-Anlageprodukte verzeichneten in der Woche bis zum 12. Juni Nettozuflüsse von 10,68 Millionen Dollar. Das war die fünfte Woche in Folge mit positivem Kapitalfluss — während Bitcoin- und Ethereum-ETFs im gleichen Zeitraum Abflüsse meldeten.
Die kumulierten Nettozuflüsse in Spot-XRP-ETFs belaufen sich mittlerweile auf 1,44 Milliarden Dollar. Das Retail-Sentiment auf sozialen Medien hat dagegen ein Acht-Monats-Tief erreicht. Die Schere zwischen institutionellem Interesse und Stimmung im Privatanlegerbereich ist selten so weit auseinandergegangen. Ob der ausstehende CLARITY Act die regulatorische Unsicherheit endgültig beseitigt, dürfte für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein.
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