XPeng hält trotz einer Kontroverse um die Präsentation des MONA L05 an der geplanten Besetzung seiner Markteinführung fest. Ein Vizepräsident des Unternehmens verteidigte am Samstag den Produktmanager, der sich zuvor für seine Wortwahl entschuldigt hatte. Für Anleger rückt damit vor dem Verkaufsstart die Frage in den Vordergrund, ob die Produktbotschaft wieder die öffentliche Diskussion bestimmen kann.
Entschuldigung und Rückendeckung
Auslöser war die Vorverkaufspräsentation am 15. Oktober. Der Produktmanager verwendete dabei mehrfach einen abwertenden Ausdruck zur Beschreibung traditioneller Designvorstellungen. Am Donnerstag entschuldigte er sich dafür. Der Begriff sei ursprünglich ein interner Scherz gewesen; seine Verwendung bei einem öffentlichen Auftritt bezeichnete er als unangemessen.
Die Unternehmensführung stellte sich anschließend hinter den Mitarbeiter. Nach Angaben des Vizepräsidenten hatte sich der Ausdruck auf interne Verantwortliche bezogen. Zugleich lobte er eine Belohnung von 1 Million Yuan für Belege aus, dass XPeng die Kontroverse selbst gezielt angeheizt habe.
Der Produktmanager soll das neue Fahrzeug bei der Markteinführung am Donnerstag weiterhin mit vorstellen. XPeng reagiert damit auf die Kritik, verzichtet aber auf einen personellen Wechsel bei der Präsentation. Die Entschuldigung und die Rückendeckung der Führung stehen dabei nebeneinander.
Das Fahrzeug muss wieder überzeugen
Für die Vermarktung kommt der Streit zu einem sensiblen Zeitpunkt. Der Vorverkauf läuft bereits, während die eigentliche Markteinführung unmittelbar bevorsteht. Die Auseinandersetzung betrifft somit nicht nur einen zurückliegenden Auftritt, sondern begleitet auch den nächsten Schritt des Produktstarts.
Der angekündigte Vorverkaufspreis des MONA L05 liegt zwischen 169.800 und 191.800 Yuan. XPeng bietet das Modell sowohl rein elektrisch als auch mit Reichweitenverlängerer an.
Damit richtet sich der Blick wieder auf das Angebot selbst: Preis, Antriebsauswahl und Reichweite müssen Kaufinteressenten überzeugen. Die Kommunikationskorrektur kann diese Aufgabe unterstützen, ersetzt aber keinen Nachweis der Nachfrage. Aus dem angekündigten Marktstart allein lässt sich noch kein Absatzerfolg ableiten.
Profitabilität bleibt der Maßstab
Für Aktionäre ist zudem entscheidend, ob neue Modelle die wirtschaftliche Entwicklung verbessern. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete XPeng einen Nettoverlust von 1.337,064 Millionen CNY. Die Nettomarge lag bei -6,8%.
Der MONA-L05-Start ist deshalb mehr als ein Kommunikationstermin. Er muss sich letztlich an seinem Beitrag zum Geschäft messen lassen. Die jüngste Reaktion zeigt zunächst, wie XPeng den öffentlichen Streit begrenzen will: mit einer Entschuldigung, einer Klarstellung und unveränderter Besetzung der nächsten Präsentation. Ein Beleg für eine wirtschaftliche Verbesserung ist das noch nicht.
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