Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng forciert seinen Wandel zum „Physical AI“-Konzern. Nach einer hausinternen Mobilisierungsveranstaltung mit rund 1.000 Mitarbeitern steht der Fahrplan: Noch Ende 2026 will das Unternehmen humanoide Roboter in Serie produzieren.
Die Strategie geht weit über das Kerngeschäft mit Elektroautos hinaus. XPengs „Physical AI“-Ökosystem soll autonome Gehirne und Bewegungstechnologien in intelligente Fahrzeuge, Roboter und Flugtaxis integrieren. Allein für KI-Forschung und -Entwicklung hat das Unternehmen für 2026 umgerechnet rund 7 Milliarden Yuan veranschlagt.
Humanoide Roboter als Verkaufshelfer
Die ersten Exemplare sollen ab dem ersten Quartal 2027 in den eigenen Einzelhandelsgeschäften als Verkaufsberater zum Einsatz kommen. Parallel dazu treibt XPeng die Internationalisierung voran. Die neue „V 2.0“-Strategie umfasst unter anderem den Ausbau in Frankreich, Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Im Heimatmarkt China sorgt indes das neue SUV-Modell GX für Auftrieb. Innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Verkaufsstart am 20. Mai gingen 24.863 Festbestellungen ein – für den gesamten Monat rechnet XPeng mit rund 50.000 Neubestellungen.
Finanzielle Schieflage trotz Wachstum
Die Cash-Reserven des Konzerns liegen bei rund 42 Milliarden Yuan. Doch die Ausgaben steigen rasant: Durch beschleunigte Entwicklungszyklen für neue Fahrzeugplattformen und Robotertechnologie fließen pro Quartal mehr als 5 Milliarden Yuan ab.
Die Aktie notierte am Freitag bei 14,10 Euro und damit nur gut neun Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Der RSI von 79,2 signalisiert kurzfristige Überkauftheit – die jüngste Erholung von 5,2 Prozent in der Woche stößt technisch an ihre Grenzen. Auf Jahressicht verliert das Papier noch immer rund 20 Prozent.
XPeng steht vor einem Drahtseilakt: Das Robotik-Investment eröffnet eine neue Wachstumsstory, doch die zahlungsintensive Strategie erhöht gleichzeitig den Kapitalbedarf. Ob die Auftragsdynamik der Automobilsparte die steigenden Kosten ausgleichen kann, dürfte sich im kommenden Jahresverlauf weisen.
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