XPeng hat im Juli 38.027 Fahrzeuge ausgeliefert – ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für den chinesischen Elektroautobauer ist das ein mageres Ergebnis, gemessen an den zweistelligen Wachstumsraten früherer Monate. Damit erreichte das Unternehmen zum 31. Juli kumuliert mehr als 1,2 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge weltweit. Die Bekanntgabe der Julizahlen am vergangenen Wochenanfang wurde an den Märkten negativ aufgenommen.
Enttäuschung über sequenzielles Wachstum
Englischsprachige Finanzmedien machten die Juli-Auslieferungen als Auslöser für einen Kursrückgang der Aktie aus. Die Kommentare konzentrierten sich dabei weniger auf das Jahresplus von 4 Prozent als auf das schwächere Momentum im Monatsvergleich – Investoren hatten offenbar auf eine deutlichere Beschleunigung gehofft. Von einer neuen Unternehmensmaßnahme war in diesem Zusammenhang nicht die Rede, die Reaktion bezog sich ausschließlich auf die reinen Absatzzahlen.
Die Verunsicherung trifft eine Aktie, die ohnehin unter Druck steht. Der Schlusskurs lag am Montag bei 10,40 Euro, ein Minus von 0,76 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier nur noch 3,59 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 10,04 Euro, das erst am 6. August markiert wurde. Der Relative-Stärke-Index von 37,6 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert, ohne sie bereits erreicht zu haben.
Termin für Quartalszahlen steht fest
XPeng hat mittlerweile den Termin für die nächste Bilanzvorlage bestätigt: Am 24. August will das Unternehmen die unaudierten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlichen, jeweils vor Handelsbeginn in den USA.
Im Anschluss ist für 8 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend 20 Uhr Pekinger beziehungsweise Hongkonger Zeit, eine Telefonkonferenz mit dem Management angesetzt. Für Anleger rückt damit ein Termin näher, an dem sich zeigen dürfte, ob sich die Verlangsamung im Auslieferungswachstum auch in den Finanzkennzahlen niederschlägt.
Bis dahin bleibt der Markt nervös. Marktbeobachter richten den Blick zunehmend auf den 24. August, nachdem die Julidaten die sequenzielle Wachstumsdynamik infrage gestellt haben. Dass die Kommentierung sich fast ausschließlich auf das Tempo des Wachstums und nicht auf absolute Rückgänge bezog, unterstreicht, wie hoch die Erwartungen an XPeng inzwischen gesetzt sind – jede Abweichung vom gewohnten Expansionstempo wird unmittelbar quittiert.
Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen
Der langfristige Abwärtstrend der Aktie hat sich durch die jüngste Entwicklung nicht verändert. Das Papier notiert nach wie vor deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und liegt seit Jahresbeginn klar im negativen Bereich.
Die Nähe zum 52-Wochen-Tief zeigt, dass der Markt die enttäuschenden Julizahlen als Bestätigung eines bereits laufenden Abwärtstrends wertet und nicht als isoliertes Ereignis.
Für Anleger dürfte der 24. August damit zum entscheidenden Prüfstein werden: Erst die Quartalszahlen können zeigen, ob es sich bei der Wachstumsdelle um eine vorübergehende Schwäche oder um den Beginn einer nachhaltigeren Verlangsamung handelt.
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