XPeng erholt sich leicht. Aber der eigentliche Test steht noch aus — und er ist diesmal rechnerisch präzise definiert.
Die Lücke, die Juni schließen muss
Im Mai lieferte XPeng 32.158 Fahrzeuge aus, vier Prozent mehr als im April. Zusammen mit den April-Auslieferungen von 31.011 Einheiten kommt das Unternehmen auf knapp 63.200 Fahrzeuge für die ersten beiden Monate des zweiten Quartals.
Das Problem: XPeng hat sich selbst auf 100.000 bis 106.000 Auslieferungen im zweiten Quartal verpflichtet. Um die untere Grenze zu erreichen, braucht das Unternehmen im Juni mindestens 36.831 Fahrzeuge. Die obere Grenze erfordert sogar rund 42.800.
Das ist kein kleiner Puffer. Im Juni muss XPeng deutlich mehr liefern als in jedem der beiden Vorquartalsmonate.
Umsatzziel setzt zusätzlichen Druck
Parallel dazu gilt ein Umsatzziel von 19,6 bis 20,8 Milliarden Renminbi für das zweite Quartal. Im ersten Quartal lag der Gesamtumsatz bei 13,03 Milliarden Renminbi. Das implizierte Wachstum ist erheblich — und hängt direkt am Liefervolumen.
XPeng selbst begründete den Rückgang der Fahrzeugerlöse im ersten Quartal mit schwachen Auslieferungszahlen. Die Logik ist also klar: Weniger Autos bedeuten weniger Umsatz. Das Unternehmen hat kaum Spielraum für einen schwachen Juni.
Der chinesische EV-Markt macht es nicht leichter. Die Inlandsnachfrage bleibt unter Druck. Die Pkw-Verkäufe in China fielen im April den siebten Monat in Folge. Das Wachstum bei Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen dürfte sich 2026 nach Jahren rasanter Expansion verlangsamen.
KI-Ankündigung liefert Technologiegeschichte
Am Montag stellte XPeng das System X-Mind vor. Das Framework simuliert künftige Verkehrsszenarien, bevor das Fahrzeug eine Entscheidung trifft. Laut Unternehmen nutzt es visuelle Chain-of-Thought-Methoden, um Hindernisse, Spurführung und Verkehrsentwicklung vorherzusagen.
Das stärkt XPengs Positionierung im Bereich autonomes Fahren. Für den Kurs ist es kurzfristig jedoch Nebensache.
Chart zeigt: Erholung noch nicht bestätigt
Die Aktie notiert bei 11,44 Euro, ein Plus von gut zwei Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn liegt sie allerdings rund 34 Prozent im Minus — und mehr als 53 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro aus dem November. Der RSI von 38,1 signalisiert keine Trendwende, der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 13,29 Euro.
Die Cashposition von 42,09 Milliarden Renminbi Ende März gibt dem Unternehmen Luft. Sie ist jedoch seit Jahresende 2025 um rund 5,6 Milliarden Renminbi geschrumpft — ein Hinweis darauf, dass der operative Druck real ist.
Der nächste Lieferbericht wird zeigen, ob XPeng die eigene Prognose halten kann. Die Messlatte liegt bei mindestens 36.831 Fahrzeugen im Juni — eine Zahl, die der Markt bereits kennt.
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