Ein schwaches erstes Quartal, ein Flaggschiff-SUV mit fast 25.000 Bestellungen in zwölf Stunden und ein ehrgeiziges Jahresziel von bis zu 600.000 Auslieferungen — XPeng liefert zum Quartalsabschluss ein Bild voller Kontraste.
GX-Debüt mit Premium-Schlagseite
Das neue Flaggschiff GX, ein technologieorientierter Sechs-Sitzer-SUV, startete am 20. Mai 2026 in den Verkauf — und die Nachfrage war unmittelbar. Innerhalb der ersten zwölf Stunden gingen 24.863 verbindliche Bestellungen ein.
Entscheidend für die Marge ist dabei die Modellmix-Verteilung: Mehr als 80 Prozent der frühen GX-Käufer wählten die „Ultra“-Ausstattung, die oberhalb von 350.000 Renminbi liegt. Dieses Premiumsegment stützte die Bruttomarge im ersten Quartal bei 20,6 Prozent — trotz rückläufiger Gesamtauslieferungen im Jahresvergleich.
KI-System mit wachsender Reichweite
XPeng positioniert sich zunehmend als Physical-AI-Plattform. Im April 2026 überschritt die Durchdringungsrate des ADAS-Systems erstmals die Marke von 50 Prozent der gefahrenen Kilometer — ein Meilenstein für das firmeneigene VLA-2.0-Modell, das auf Vision-Language-Action-Architektur basiert.
International testet XPeng das System bereits in europäischen Märkten. Die Exportzahlen unterstreichen den Schwung: Im April wurden 6.006 Fahrzeuge ins Ausland geliefert, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für das zweite Quartal erwartet das Management, dass Auslandsmärkte mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes beisteuern.
Umsatzrückgang, aber solide Kasse
Die Quartalszahlen selbst zeigen den saisonalen Gegenwind deutlich. Der Gesamtumsatz fiel von 15,81 Milliarden Renminbi im Vorjahresquartal auf 13,03 Milliarden Renminbi. Der Nettoverlust belief sich auf 1,78 Milliarden Renminbi.
Das Unternehmen verfügt jedoch über eine Liquiditätsreserve von 42,09 Milliarden Renminbi — Kapital, das gezielt in Humanoid-Robotik und Robotaxi-Pilotprojekte fließt. Das Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen sei laut Management intern bereits profitabel.
Für das zweite Quartal prognostiziert XPeng Erlöse zwischen 19,60 und 20,80 Milliarden Renminbi — ein deutlicher sequenzieller Sprung. Das Jahresziel liegt bei 550.000 bis 600.000 Auslieferungen, unterstützt durch vier neue Modelle in der zweiten Jahreshälfte.
An der Börse spiegelt sich die Aufbruchstimmung bislang nur bedingt wider. Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 18 Prozent seit Jahresbeginn und liegt noch immer mehr als 40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom November 2025. Der RSI von 77 signalisiert kurzfristig überkaufte Verhältnisse — die jüngste Erholung von rund 6 Prozent in sieben Tagen dürfte zunächst auf Belastbarkeit getestet werden.
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