Xiaomi hat für morgen, den 7. September, in China den großen Produktreigen angekündigt, den Firmenchef Lei Jun bereits als „Big Tech Month“ betitelt hatte. Vorgestellt werden das Foldable Xiaomi 18 Fold, das Tablet Pad 9 Pro Max sowie mehrere neue Modelle der Elektroauto-Serie Pengcheng. Im Zentrum steht dabei nicht nur Hardware, sondern erstmals ein selbst entwickelter Spitzenchip.
Xring O3 als strategisches Kernstück
Xiaomi hatte den Xring O3 bereits Ende August präsentiert, gemeinsam mit den Modellen Xring O100 und Xring D100. Der O3 ist als 3-Nanometer-Flaggschiff-Prozessor konzipiert und soll erstmals im Xiaomi 18 Fold sowie im Pad 9 Pro Max zum Einsatz kommen. Damit setzt Xiaomi ein Zeichen in Richtung technologischer Unabhängigkeit bei einer der wichtigsten Komponenten im Smartphone- und Tabletgeschäft.
Das Unternehmen selbst bezeichnete den Mi Pad 9 Pro Max auf seiner Global-Community-Seite als erstes Tablet mit dem hauseigenen Chip, das im September ausgeliefert werden soll.
Ergänzt wird der Eigenchip durch eine Partnerschaft bei der Speichertechnik: Der chinesische Speicherchiphersteller CXMT liefert nach Reuters-Berichten vom 29. August und vom 5. September die neuesten LPDDR6-DRAM-Bausteine für das Xiaomi 18 Fold. CXMT hatte die Produktion dieser Chips zuletzt hochgefahren, Xiaomi bestätigte die Lieferbeziehung öffentlich.
Für das Unternehmen ist das ein doppelter Vorteil: Es sichert sich frühzeitig Zugang zu neuester Speichertechnik aus heimischer Fertigung und reduziert damit Abhängigkeiten von ausländischen Zulieferern in einem Segment, das für Foldables besonders kapazitätsintensiv ist.
Breite Produktoffensive als Testfall
Der Produktstart fällt in eine Phase, in der Xiaomi sein Geschäft branchenübergreifend ausweitet – von Smartphones über Tablets bis zu Elektrofahrzeugen. Mit der Pengcheng-Serie bringt das Unternehmen weitere EV-Modelle an den Start, während gleichzeitig das Flaggschiff-Tablet und das Foldable-Smartphone erscheinen.
Für Anleger ist die Fülle an gleichzeitig anlaufenden Produktlinien ein Signal dafür, wie stark Xiaomi versucht, seine Innovationskraft over mehrere Hardware-Kategorien hinweg zu demonstrieren.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat die Aktie zuletzt moderat zugelegt: Am Freitag schloss das Papier bei 3,11 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von sieben und 30 Tagen bewegt sich der Kurs mit Zuwächsen von 1,6 beziehungsweise 1,8 Prozent nur wenig.
Der Blick auf die längere Frist relativiert die jüngste Stabilisierung: Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 28 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 47 Prozent. Die Aktie notiert damit weiterhin gut die Hälfte unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro vom 25. September vergangenen Jahres.
Die anstehende Produktpräsentation dürfte zeigen, ob Xiaomis Strategie aus Eigenchip-Entwicklung und breiter Produktdiversifikation das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann, das im laufenden Jahr spürbar gelitten hat.
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