Starke Produktpläne, schwache Kurse — bei Xiaomi klafft die Realität auseinander. Der Technologiekonzern treibt seine Expansion im Automobilmarkt aggressiv voran. Die Börse honoriert das aktuell nicht. Die Aktie notiert bei 2,85 Euro und damit extrem nah am 52-Wochen-Tief.
Zweite Automarke im Anflug
Xiaomis Elektroauto-Sparte hat die behördliche Zulassung für Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer erhalten. Das chinesische Industrieministerium gab dafür am Mittwoch grünes Licht. Bislang baute Xiaomi ausschließlich reine Elektroautos.
Der Konzern plant nun laut Medienberichten eine zweite Marke namens Skynomad. Das erste Modell ist ein über 5,3 Meter langer Familien-SUV. Der Marktstart für das Fahrzeug ist für die zweite Jahreshälfte 2026 angesetzt.
Das neue Modell soll eine rein elektrische Reichweite von bis zu 500 Kilometern bieten. Die benötigten Batterien liefern die Hersteller Sunwoda und CALB.
Angriff auf die Platzhirsche
Mit dem neuen SUV zielt Xiaomi direkt auf die Konkurrenten Li Auto und Aito ab. Diese beiden Marken dominieren den chinesischen Markt für Hybrid-SUVs. Xiaomi peilt einen Preis von rund 200.000 Yuan an. Damit adressiert das Unternehmen ein kostensensibles Segment.
Diese Expansion ist dringend nötig. Xiaomi steht bei seinen Lieferzielen unter Druck. Im Mai lieferte der Konzern knapp 33.000 Fahrzeuge aus. Das ist ein Rückgang von fast elf Prozent gegenüber dem Vormonat April.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management 550.000 ausgelieferte Einheiten an. Um diesen Sprung zu schaffen, braucht Xiaomi zwingend eine breitere Produktpalette.
Rote Zahlen belasten den Kurs
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Skepsis an der Börse groß. Seit Jahresbeginn hat die Xiaomi-Aktie rund 36 Prozent an Wert verloren. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von knapp 30 eine stark überverkaufte Situation.
Das operative Geschäft liefert die Gründe für diese Schwäche. Xiaomis Elektroauto-Segment verbuchte im ersten Quartal 2026 einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Der Umsatz lag derweil bei knapp 20 Milliarden Yuan.
Höhere Preise für Halbleiter belasten das Kerngeschäft. Die Folge: ein massiver Margendruck. Der Aufbau der Marke Skynomad wird weitere hohe Kosten verursachen. Die zweite Jahreshälfte 2026 wird damit zu einer harten finanziellen Belastungsprobe für den Konzern.
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