Xiaomi lanciert an einem einzigen Tag ein SUV mit Verbrennungsmotor-Generator und ein Smartphone mit Rekord-Akku. Der Markt reagiert prompt: Die Aktie schließt am Freitag mit einem Plus von 5,21 Prozent bei 2,95 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht sogar ein Kursgewinn von 11,30 Prozent zu Buche.
Damit hat sich das Papier deutlich von seinem 52-Wochen-Tief bei 2,34 Euro vom 26. Juni entfernt. Vom Jahreshoch bei 6,51 Euro trennen die Aktie aber immer noch fast 55 Prozent. Der Blick auf die Jahresbilanz zeigt das Ausmaß der Talfahrt: Seit Jahresanfang steht ein Minus von 34,31 Prozent.
SkyNomad bricht mit der reinen E-Auto-Strategie
Am 9. und 10. Juli hat Xiaomi Details zu seiner zweiten Fahrzeuglinie veröffentlicht. Die neue Submarke heißt SkyNomad, in China registriert als Xiaomi Pengcheng. Das Flaggschiff SkyNomad N90 markiert einen Strategiewechsel.
Die bisherigen Modelle SU7 und YU7 fahren rein elektrisch. Das neue SUV setzt dagegen auf ein Extended-Range-Konzept. Ein 1,5-Liter-Turbomotor dient dabei nur als Generator, nicht als Antrieb.
Das Ergebnis: Laut Unternehmensangaben und aktuellen Zulassungsunterlagen der Behörde MIIT erreicht das über 5,30 Meter lange SUV eine kombinierte Reichweite von über 1.500 Kilometern. Xiaomi verkauft das Fahrzeug dabei nicht in erster Linie über Fahrleistung. Der Konzern bewirbt die auf der neuen Kunlun-Architektur basierende Kabine als flexiblen Raum – vom mobilen Büro bis zum Camping-Modus. Der Marktstart in China ist für August 2026 geplant.
Redmi Note 17 setzt auf massive Akkukapazität
Parallel zur Auto-Offensive bestätigte Xiaomi am Freitag den Launch der Redmi Note 17-Serie. Der Termin: Dienstag, 14. Juli, in China.
Das Standardmodell bekommt einen 8.000-mAh-Akku und ein 7-Zoll-OLED-Display. Beim Redmi Note 17 Pro wächst die Kapazität auf 9.000 mAh. Damit will Xiaomi seine Position im Mittelklasse-Segment verteidigen.
Ein Risiko bleibt allerdings bestehen. Analysten warnen vor steigenden Kosten für Speicherchips wie DRAM und NAND. Diese könnten die Bruttomargen der Smartphone-Sparte belasten.
Morgan Stanley bleibt vorsichtig
Trotz der Kurserholung sehen nicht alle Beobachter nur Grund zum Optimismus. Morgan Stanley senkte in einem Bericht vom 9. Juli die Erwartungen für Xiaomi. Die Bank verweist auf kurzfristigen Margendruck durch hohe Materialkosten bei Smartphones.
Der Markt selbst honoriert die Expansion in den SUV-Markt und die Hardware-Aufrüstung bei Redmi bislang positiv. Technisch zeigt sich das im RSI von 60,6 – eine neutrale bis leicht bullische Zone. Die Aktie notiert mit 3,89 Euro allerdings weiterhin rund 24 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Die kommende Woche liefert den nächsten Test. Am 14. Juli entscheidet sich, wie der Markt auf Preisgestaltung und finale Spezifikationen des Redmi Note 17 reagiert. Zusätzlich dürften erste Vorbestellungszahlen zum SkyNomad N90 zeigen, wie stark die Nachfrage im neuen EREV-Segment tatsächlich ausfällt.
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