Starke Nachfrage bei den Smartphones, aber ein desaströser Aktienkurs. Bei Xiaomi klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung weit auseinander. Ein neuer Meilenstein der Tochtermarke Redmi verleiht dem Papier nun leichten Rückenwind.
Sprung zur Generation 17
Das Unternehmen bringt in diesem Monat die neue Redmi Note 17-Serie in China auf den Markt. Xiaomi überspringt die Nummer 16 dabei komplett. Das Ziel: eine einheitliche Namensgebung mit den Flaggschiff-Modellen.
Passend dazu meldet der Konzern einen historischen Absatzrekord. Die gesamte Redmi Note-Reihe knackte in zwölf Jahren die Marke von einer halben Milliarde verkaufter Geräte.
Die neuen Modelle sollen diesen Trend fortsetzen. Geleakte Daten versprechen eine starke Hardware-Ausstattung für die Mittelklasse. Das Pro-Max-Modell bietet offenbar einen enormen Akku mit 10.000 Milliamperestunden. Dazu kommt eine 200-Megapixel-Kamera mit einer 100-Watt-Schnellladefunktion.
Das Basismodell erhält einen Snapdragon 6 Gen 5 Chip. Eine internationale Markteinführung bereitet Xiaomi ebenfalls vor. Einträge in verschiedenen Zertifizierungsdatenbanken deuten auf eine baldige globale Version hin.
Düstere Bilanz trotz Rebound
An der Börse zeigt die Aktie ein erstes Lebenszeichen. Auf Wochensicht legte der Kurs um knapp acht Prozent auf 2,65 Euro zu. Der jüngste Verkaufsdruck flacht damit leicht ab.
Das langfristige Bild bleibt ungemütlich. Seit Jahresbeginn büßten Aktionäre fast 41 Prozent ein. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro notiert der Titel weiterhin gut 59 Prozent entfernt.
Die gleitenden Durchschnitte untermauern den intakten Abwärtstrend. Der Kurs verharrt deutlich unter der 50-Tage-Linie. Auch der Abstand zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt von 3,97 Euro ist massiv. Hohe Kursschwankungen prägen weiterhin das tägliche Handelsbild.
Analysten sind gespalten
Experten bewerten die Aussichten des Smartphone-Bauers höchst unterschiedlich. Die Investmentbank Jefferies stufte die Aktie kürzlich auf „Underperform“ ab. Die Analysten verweisen auf steigende Speicherchip-Kosten. Diese belasten die operativen Margen spürbar.
Goldman Sachs hält hingegen an einer Kaufempfehlung fest. Sie rufen ein Kursziel von 40 Hongkong-Dollar auf. Der Marktkonsens spiegelt diese Zerrissenheit wider. Das durchschnittliche Kursziel aller Experten liegt bei gut 41 Hongkong-Dollar.
Die Vorbestellungen für die Redmi Note 17-Serie in China starten in Kürze. Sie liefern den ersten handfesten Datenpunkt für das dritte Quartal. Sobald Xiaomi konkrete Verkaufszahlen vorlegt, zeigt sich die tatsächliche Preissetzungsmacht angesichts der gestiegenen Bauteilkosten.
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