Xiaomi geht in die juristische Offensive. Der chinesische Technologiekonzern zieht vor das Oberste Gericht Indiens, um eine millionenschwere Zollnachzahlung abzuwenden. Für das Unternehmen steht viel auf dem Spiel: Die geforderten Summen übersteigen den Gewinn der indischen Sparte deutlich und bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit in einem einstigen Schlüsselmarkt.
Streit um Lizenzgebühren erreicht Supreme Court
Auslöser des Konflikts ist eine Entscheidung der indischen Zollbehörden, die Nachzahlungen in Höhe von 72 Millionen US-Dollar fordert. Der Vorwurf wiegt schwer: Xiaomi soll über Jahre hinweg den Wert importierter Komponenten systematisch zu niedrig angesetzt haben, indem Lizenzgebühren – etwa an Qualcomm – nicht in den Zollwert eingerechnet wurden.
Xiaomi wehrt sich nun vor dem Supreme Court gegen diesen Vorwurf. In der Klageschrift argumentiert der Konzern, dass die Behörden ein grundsätzliches „implizites Misstrauen gegenüber der gesamten Auftragsfertigung“ an den Tag legten. Die Importe seien durch Dritte erfolgt, weshalb Xiaomi nicht als der wirtschaftliche Eigentümer der Komponenten eingestuft werden dürfe. Unterstützung erhält der Konzern von prominenten Partnern: Auch Töchter der Fertigungsriesen Flex und Foxconn haben sich dem Verfahren angeschlossen und warnen vor drastischen Strafen.
Existenzielle Risiken für die Indien-Sparte
Die rein finanziellen Dimensionen des Rechtsstreits sind für die lokale Einheit bedrohlich. Experten warnen, dass die ursprüngliche Forderung durch Zinsen und Strafen auf über 150 Millionen US-Dollar anwachsen könnte. Zum Vergleich: Der operative Gewinn von Xiaomi India lag im Geschäftsjahr 2023–2024 bei lediglich 31,7 Millionen US-Dollar.
Diese Diskrepanz trifft auf ein ohnehin stark belastetes Umfeld. Bereits seit 2022 sind Bankguthaben von rund 610 Millionen US-Dollar im Zuge anderer Ermittlungen eingefroren. Der massive regulatorische Druck spiegelt sich auch in der Marktstellung wider: Xiaomis Anteil am indischen Smartphone-Markt ist von einst 31 Prozent auf nur noch 12 Prozent im Dezember 2025 eingebrochen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Xiaomi?
Aktienrückkäufe gegen den Abwärtstrend
Während in Indien um die Zukunft gestritten wird, versucht das Management in Hongkong den Aktienkurs zu stützen. Der Titel notiert mit aktuell 3,82 Euro in unmittelbarer Nähe zum 52-Wochen-Tief von 3,62 Euro.
Um Vertrauen zu signalisieren, setzte Xiaomi sein Rückkaufprogramm fort und erwarb allein am 24. und 25. Februar Anteile im Wert von jeweils rund 100 Millionen Hongkong-Dollar. Diese Maßnahmen dienen der Kurspflege, können die fundamentalen Sorgen um das Indien-Geschäft jedoch nicht vollständig kompensieren.
Die nächste Verhandlung vor dem Supreme Court ist für April angesetzt. Bis dahin richtet sich der Fokus der Anleger auf den 24. März 2026: An diesem Datum wird der Vorstand über die Jahresergebnisse 2025 und eine mögliche Dividende entscheiden.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
