Mit dem Debüt des hauseigenen XRing-O3-Prozessors setzt Xiaomi ein klares Zeichen im Premium-Segment. Der im modernen Drei-Nanometer-Verfahren gefertigte Chip feierte am 7. September seine Premiere in China. Er treibt gleich zwei Spitzenmodelle des Herstellers an: das Klapp-Smartphone Xiaomi 18 Fold und das Tablet Xiaomi Pad 9 Pro Max.
Die integrierte Grafikeinheit mit 16 Kernen soll laut Unternehmensangaben eine Leistungssteigerung von 85 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell liefern.
Dieser Schritt markiert eine strategische Weiterentwicklung. Indem der Technologiekonzern eigene Halbleiterarchitekturen forciert, verringert er schrittweise seine Abhängigkeit von externen Zulieferern. Die Vorstellung des neuen Falt-Smartphones erfolgte zudem gezielt zwei Tage vor einer großen Produktveranstaltung des US-Konkurrenten Apple.
Technische Ausstattung der neuen Falt-Generation
Das Xiaomi 18 Fold positioniert sich im chinesischen Hochpreissegment mit einem Einstiegspreis von rund 10.999 CNY. Zu den zentralen Merkmalen des Geräts zählt ein Display mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Nits. Trotz der aufwendigen Faltmechanik wiegt das Modell lediglich 219 Gramm.
Die Konstruktion basiert auf einem handlichen Außendisplay und einem aufklappbaren Innenbildschirm mit einer neu entwickelten Scharnierarchitektur. Für die Fotografie kooperiert der Hersteller weiterhin mit Leica und verbaut ein Kamerasystem mit Tele- sowie Ultraweitwinkel-Optik. Als Softwarebasis dient HyperOS 4 auf Basis von Android 17. Eine offizielle Markteinführung des Geräts außerhalb Chinas ist derzeit nicht vorgesehen.
Elektroauto-Sparte forciert den Expansionskurs
Parallel zur Elektroniksparte treibt das Unternehmen sein zweites Standbein im Automobilsektor voran. Bis zum 30. Juli lieferte Xiaomi seit dem Einstieg in den Markt über 700.000 Elektrofahrzeuge aus. Den größten Anteil daran steuerte die erste Generation der Elektrolimousine SU7 mit 381.000 Einheiten bei.
Für die überarbeitete Modellgeneration SU7 Gen-2 meldete das Unternehmen binnen zweier Wochen mehr als 100.000 Vorbestellungen. Gleichzeitig bereitet Xiaomi die Internationalisierung vor: Für den deutschen Markt ist der Vertriebsstart ab dem Jahr 2027 angekündigt.
Hierfür unterzeichnete der Konzern bereits Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen, darunter Emil Frey Deutschland, Ernst Dello, Hahn Automobile und LUEG Mobility. Medienberichten zufolge erweitert der Hersteller die Modellpalette in China zudem um große SUV-Fahrzeuge.
Gedämpfte Stimmung an den Handelsplätzen
Am Aktienmarkt spiegeln sich die technologischen Initiativen bisher nur verhalten wider. An den europäischen Börsenplätzen beendete die Aktie den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 2,93 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen deutlichen Rückgang von 32 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief konnte sich die Notierung immerhin wieder um 25 Prozent nach oben absetzen.
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