Xiaomi zündet heute in Barcelona sein globales Flaggschiff-Feuerwerk – und muss gleichzeitig in Indien vor Gericht um viel Geld kämpfen. Dazu läuft ein Aktienrückkaufprogramm, das in einem schwachen Kursumfeld für Stabilität sorgen soll. Entscheidend wird, welche dieser Geschichten am Ende schwerer wiegt.
Barcelona-Launch: Premium-Anspruch mit Leica
Zum Start des Mobile World Congress (MWC) veranstaltet Xiaomi heute in Barcelona das globale Event „The New Wave of Imagery“. Im Mittelpunkt steht die neue Xiaomi-17-Serie – und das vierte Jahr der Partnerschaft mit Leica.
Technisch setzt das Xiaomi 17 Ultra auf ein 6,9-Zoll-AMOLED-Display (120 Hz) und den Snapdragon 8 Elite Gen 5. Auffällig: Die internationale Version soll mit 6.000 mAh Akku kommen, während das China-Modell 6.800 mAh bietet. Bei der Kamera schiebt Xiaomi den Anspruch besonders nach vorn: Das 17 Ultra wird laut Angaben das erste Smartphone mit einer Leica-APO-zertifizierten Teleoptik. Dazu kommt eine Periskop-Telekamera mit 200 Megapixeln und kontinuierlichem optischem Zoom. Die Modelle 17 Pro und Pro Max mit rückseitigem Display bleiben vorerst China-exklusiv.
Rückkäufe: Stütze in schwacher Aktie
Parallel zum Launch greift Xiaomi am Markt zu: Laut HKEX-Meldungen kaufte das Unternehmen am 24. Februar rund 2,8 Millionen Class-B-Aktien für etwa 100 Mio. HKD zurück. Zuvor gab es bereits Rückkäufe über 4,3 Millionen und 1,5 Millionen Aktien. Der Rahmen: bis zu 2,5 Mrd. HKD.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Aktie kommt von deutlich höheren Niveaus und notierte am Freitag bei 3,76 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 16,21% zu Buche, auf 12-Monats-Sicht sogar -45,66%. Der Kurs liegt zudem klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 5,17 Euro – ein Abstand von rund 27%.
Indien-Streit: Teures Risiko vor dem Supreme Court
Am schwersten auf der Story lastet der eskalierende Rechts- und Steuerstreit in Indien. Xiaomi wehrt sich gegen den Vorwurf, 72 Mio. US-Dollar an Zöllen auf Lizenzzahlungen hinterzogen zu haben. Hintergrund: Ein Steuertribunal entschied im November, Importwerte seien bis 2020 zu niedrig angesetzt worden, weil Lizenzgebühren von 2% bis 5% (u.a. an Qualcomm) nicht eingerechnet worden seien.
Brisant ist die Dimension: Nach indischem Recht könnte die Forderung durch Zinsen und Strafen auf über 150 Mio. US-Dollar anwachsen. Zum Vergleich nennt der Quelltext einen Jahresgewinn der indischen Tochter von 31,7 Mio. US-Dollar (GJ 2023/2024). Zusätzlich sind seit 2022 rund 610 Mio. US-Dollar an Bankguthaben der Tochter eingefroren – wegen Vorwürfen illegaler Überweisungen, die Xiaomi zurückweist. Ein Urteil zugunsten der Behörden könnte außerdem Signalwirkung für die Prüfung von Lizenzmodellen in weiteren Branchen haben.
Ein weiteres Warnsignal kommt aus dem Markt: Laut Counterpoint sank Xiaomis Smartphone-Marktanteil in Indien im Dezember auf 12% – nach 31% Anfang 2018.
Im Gegengewicht stehen positive Nachrichten aus dem EV-Segment: Im dritten Quartal 2025 erzielte die Sparte erstmals einen operativen Gewinn von 700 Mio. Yuan. 2025 lieferte Xiaomi über 410.000 Fahrzeuge aus und will 2026 auf 550.000 Einheiten steigern. Ergänzend kündigte Gründer Lei Jun an, in den kommenden fünf Jahren 200 Mrd. Yuan in Halbleiter, KI und ein eigenes Betriebssystem zu investieren.
Die nächste harte Wegmarke folgt am 24. März 2026 mit der Veröffentlichung der vollständigen Finanzergebnisse – dann zeigt sich, wie stark EV-Erfolge und Investitionsoffensive die Belastungen aus dem Indien-Komplex und die Schwäche im Smartphone-Geschäft überdecken können.
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