Xiaomi schreibt gerade an zwei Fronten Geschichte — und der Markt schaut skeptisch zu. Während das KI-Modell MiMo-V2-Pro in einem renommierten Blind-Ranking weltweit auf Platz fünf vorgerückt ist und das überarbeitete Elektroauto SU7 seine Auslieferungen aufnimmt, notiert die Aktie auf einem 52-Wochen-Tief. Der Abstand zwischen operativem Fortschritt und Börsenbewertung könnte kaum größer sein.
KI-Modell drängt in die Weltspitze
Xiaomis CEO Lei Jun verkündete zuletzt einen bemerkenswerten Erfolg: MiMo-V2-Pro belegt in der Text Arena — einem Double-Blind-Ranking, bei dem echte Nutzer anonym über Antwortqualität abstimmen — weltweit den fünften Platz. Direkte Konkurrenz liefern damit nur noch Modelle von Anthropic und OpenAI.
Die Nutzungszahlen zeigen echte Nachfrage. Am ersten Tag wurden über eine Billion Tokens verarbeitet, inzwischen übersteigt die wöchentliche Nutzung der MiMo-Reihe vier Billionen Tokens. Anfang April folgte der kommerzielle Start: Xiaomi bietet das Modell über eine API an, ergänzt durch ein gestaffeltes Abonnementmodell namens TokenPlan.
Ein konkreter Kostenvorteil sticht dabei hervor: Die Ausführung einer vollständigen Intelligenzbewertungssuite kostet mit MiMo-V2-Pro rund 348 US-Dollar — verglichen mit über 2.300 Dollar bei vergleichbaren Modellen von OpenAI oder Anthropic.
SU7-Facelift mit starkem Auftragsstart
Parallel läuft die Auslieferung des überarbeiteten SU7 an. Das am 19. März vorgestellte Facelift zog mehr als 30.000 verbindliche Bestellungen an, davon 15.000 allein in den ersten 34 Minuten. Für 2026 peilt Xiaomi 550.000 ausgelieferte Fahrzeuge an.
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Technisch setzt das Unternehmen auf volle Ausstattung: Alle Varianten erhalten serienmäßig LiDAR, 4D-Millimeterwellenradar und Nvidias Thor-U-Rechenplattform — bislang oft nur höheren Ausstattungslinien vorbehalten.
Geschäftsmodell im Umbau
Hinter der Kursschwäche steckt ein struktureller Wandel, der sich in den Segmentzahlen deutlich abzeichnet. Der Bruttogewinnbeitrag des Smartphone-Geschäfts ist von 40,9 Prozent in Q1 2024 auf 15,1 Prozent im vierten Quartal 2025 gefallen. Das Segment „Smart EV, KI und neue Initiativen“ legte im selben Zeitraum von nahezu null auf 34,7 Prozent zu.
Dieser Umbau belastet kurzfristig — der bereinigte Nettogewinn im vierten Quartal 2025 fiel um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, zusätzlich drücken steigende Komponentenkosten und die Zollspannungen zwischen den USA und China auf die Bewertung. Hält das Wachstumstempo im Automobilsegment an, könnte dessen Umsatz bereits im Geschäftsjahr 2026 das Smartphone-Geschäft überholen — ein Wendepunkt, den die aktuelle Kursbewertung von rund 3,41 Euro noch nicht einpreist.
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