Der KI-Boom frisst das Kerngeschäft von Xiaomi. Weil Chips für Server fehlen, streicht der chinesische Tech-Konzern seine Smartphone-Ziele drastisch zusammen. An der Börse stürzt der Wert immer tiefer ab.
Halbleiter fehlen an allen Ecken
Xiaomi und Konkurrenten wie Oppo kappen ihre Lieferziele massiv. Statt 135 Millionen Smartphones peilt Xiaomi für dieses Jahr nur noch 95 Millionen Geräte an. Das entspricht einem Minus von fast 30 Prozent.
Der Grund: Künstliche Intelligenz saugt den Markt für Halbleiter leer. Speicherchips landen massenhaft in KI-Servern statt in Handys. Das treibt die Preise für Systemprozessoren sprunghaft nach oben. Die Analysten von Counterpoint Research erwarten deshalb einen schrumpfenden globalen Smartphone-Markt.
Die Börse reagiert unerbittlich auf die operativen Probleme. Aktuell notiert das Papier bei 2,46 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit über 45 Prozent an Wert verloren. Sie pendelt nur knapp über ihrem jüngsten 52-Wochen-Tief.
Aus technischer Sicht zeigt der Relative-Stärke-Index einen Wert von 20,6. Die Aktie gilt damit als massiv überverkauft. Der Markt hat die schlechten Nachrichten offenbar bereits eingepreist. Die Volatilität bleibt dennoch hoch.
Flucht in das eigene Ökosystem
Das Management steuert nun massiv gegen. Xiaomi steckt bis 2028 rund 7,4 Milliarden Euro in eigene KI-Projekte. Der Konzern will weg von der reinen Hardware. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf intelligente Fertigung und Elektroautos.
Diese Strategie zeigt erste Erfolge. Die Nutzung der hauseigenen KI-Modelle wächst aktuell um 195 Prozent pro Monat. Mittlerweile umfasst das Xiaomi-Ökosystem rund 1,1 Milliarden vernetzte Geräte.
Der nächste Impuls für das Unternehmen steht bereits im Kalender. Ab dem 1. Juli 2026 startet der Verkauf einer neuen Netzwerkspeicher-Serie in China per Crowdfunding. Im September betritt Xiaomi Neuland. Der Konzern nimmt erstmals an der IFA in Berlin teil. Dort präsentiert das Unternehmen neue Speicherlösungen jenseits des klassischen Smartphone-Geschäfts.
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