Neue Fahrzeugrekorde, ein Gaming-Flaggschiff, ein NAS-Gerät — Xiaomi liefert gerade im Wochentakt Produktneuheiten. Die Aktie fällt trotzdem. Seit Jahresbeginn hat sie 44 Prozent verloren und notiert mit 2,50 Euro nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Das Kernproblem ist klar: Die Kosten fressen die Gewinne. Smartphone-DRAM hat sich seit Ende 2025 verfünffacht. Im ersten Quartal 2026 brach der bereinigte Nettogewinn um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein. Goldman Sachs erwartet für das zweite Quartal einen weiteren Rückgang von bis zu 50 Prozent.
Elektroautos als zweite Baustelle
Hinzu kommt die Autosparte. Sie verbrennt weiter Kapital. Im ersten Quartal stand ein operativer Verlust von 3,1 Milliarden Yuan zu Buche — rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug. Die Einheit wächst, aber profitabel ist sie nicht.
Dabei fehlt es nicht an technologischen Signalen. Der SUV YU7 GT fuhr am 8. Juni eine vollständig autonome Runde auf der Nürburgring-Nordschleife — 20,8 Kilometer in 10:29 Minuten, ohne menschlichen Eingriff. Das validiert Xiaomis KI-Architektur unter Extrembedingungen. Ob sich das in absehbarer Zeit in Gewinne übersetzt, ist eine andere Frage.
Produktoffensive mit breiter Front
Auf der Hardware-Seite läuft die Maschine. Am 24. Juni kündigte Xiaomi das „Smart Storage“ an — ein NAS-System mit bis zu 16 Terabyte, tief ins HyperOS-Ökosystem eingebunden. Die Crowdfunding-Kampagne läuft vom 1. bis 8. Juli.
Ebenfalls am 24. Juni stellte der Konzern das Redmi K90 Ultra vor. Das Gaming-Smartphone soll am 30. Juni erscheinen. Es kommt mit einem 8.550-Milliamperestunden-Akku, einem 165-Hertz-Display und einer aktiven Kühlung, die die Gehäusetemperatur in 100 Sekunden um bis zu 10 Grad senkt. Bereits einen Tag früher startete das günstige Redmi 17C in China — als Volumenmodell für das Massengeschäft.
Technische Lage nahe am Boden
Der RSI liegt bei 20,6 — ein Wert, der auf extreme Überverkaufssituation hindeutet. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 4,08 Euro beträgt der Abstand fast 39 Prozent. Der Abwärtstrend ist ungebrochen.
Das Management hat Aktienrückkäufe im Wert von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar angekündigt. Das könnte den Kurs stabilisieren — vorausgesetzt, die Chip-Kosten entspannen sich und die Autosparte nähert sich der Gewinnschwelle. Beides hängt von Faktoren ab, die Xiaomi nur begrenzt selbst steuern kann.
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