Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung auseinander. Der chinesische Konzern kauft erneut eigene Aktien zurück, während die Papiere auf ein neues 52-Wochen-Tief fallen. Am 28. Mai 2026 erwarb Xiaomi 10,5 Millionen Class-B-Aktien für 298 Millionen Hongkong-Dollar zur Einziehung.
Der Rückkauf erfolgte zu Preisen zwischen 27,94 und 28,70 Hongkong-Dollar je Aktie. Einen Tag später notierte die Aktie bei 3,07 Euro — neues Jahrestief, minus 54 Prozent seit dem Juni-Hoch 2025. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 32 Prozent.
Milliarden-Programm läuft an
Die Transaktion ist Teil einer größeren Offensive. Am 26. Mai kündigte Xiaomi ein neues Rückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar an, Laufzeit zwölf Monate ab dem 2. Juni. Das vorherige Programm brachte bis zum 26. Mai rund 399,6 Millionen Aktien für 14,6 Milliarden Hongkong-Dollar vom Markt.
Timing und Umfang künftiger Rückkäufe bleiben flexibel — das Board entscheidet nach Marktlage. Garantien für weitere Transaktionen gibt es nicht.
Gewinn bricht um 43 Prozent ein
Der operative Hintergrund erklärt die Kursschwäche. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn fiel um 43,1 Prozent von 10,7 auf 6,1 Milliarden Yuan.
Das Smartphone-Geschäft leidet unter steigenden Speicherkosten. Xiaomi lieferte 33,8 Millionen Geräte aus und hielt laut Omdia-Daten weltweit Rang drei mit 11,3 Prozent Marktanteil. Der Umsatz im Kernsegment Smartphone × AIoT erreichte 79,3 Milliarden Yuan.
E-Auto-Sparte unter Margendruck
Das Segment Smart EV, AI und andere neue Initiativen steigerte den Umsatz um 6,9 Prozent auf 19,9 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge sackte jedoch von 23,2 auf 20,1 Prozent ab.
Xiaomi nennt drei Gründe: geringere Auslieferungen des SU7 Ultra, Subventionen für die Fahrzeugkaufsteuer und teurere Komponenten. Der EV-Umsatz allein kletterte um 5,1 Prozent auf 19,0 Milliarden Yuan — Wachstum auf Kosten der Profitabilität.
Signal oder Symptom?
Der Rückkauf setzt ein kurzfristiges Kapitalmarktsignal. Er beantwortet aber nicht die Frage, ob Xiaomi die Kostenkrise im Smartphone-Geschäft und den Margendruck bei E-Autos in den Griff bekommt. Die nächsten Quartale müssen zeigen, ob die Milliarden-Rückkäufe Vertrauen schaffen — oder nur die Verwässerung kompensieren, die das operative Geschäft hinterlässt.
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