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Xiaomi Aktie: 20 Milliarden HKD Rückkauf

Trotz des größten Aktienrückkaufprogramms der Firmengeschichte fällt die Xiaomi-Aktie weiter. Hauptgründe sind die verlustreiche EV-Sparte und steigende Speicherchipkosten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienrückkauf von 20 Milliarden Hongkong-Dollar
  • EV-Sparte mit hohen operativen Verlusten
  • Smartphone-Margen durch Chipkosten unter Druck
  • Leerverkäufer auf Rekordniveau

Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Versprechen und Realität weit auseinander. Das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte läuft, und trotzdem fällt die Aktie. Zwei operative Baustellen erklären, warum das Milliardenprogramm keine Wirkung zeigt.

Rückkauf ohne Bremswirkung

Seit dem 2. Juni kauft Xiaomi eigene Aktien zurück — bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar sind dafür vorgesehen. Bislang hat das Unternehmen 30,1 Millionen Aktien erworben. Das Ergebnis: Die Aktie verlor in den vergangenen 30 Tagen trotzdem rund 20 Prozent und notiert mit 2,63 Euro knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,60 Euro.

Kein Wunder. Hinter dem Kursdruck stecken zwei strukturelle Probleme, die kein Rückkaufprogramm löst.

EV-Sparte: Lücke wächst, Verluste auch

Das Elektroauto-Segment liefert nicht. In den ersten fünf Monaten 2026 lieferte Xiaomi 150.317 Fahrzeuge aus — bei einem Jahresziel von 550.000 Einheiten. Im Mai gingen die Auslieferungen sogar um 11 Prozent gegenüber April zurück, auf 32.759 Einheiten.

Jefferies hat die Prognose bereits auf 495.000 Einheiten gesenkt. Selbst dieses reduzierte Ziel ist kaum erreichbar: Von Juni bis Dezember müsste Xiaomi monatlich rund 57.500 Fahrzeuge ausliefern. Die bisherige Bestmarke lag bei 50.000 Einheiten — aufgestellt im Dezember 2025.

Jedes ausgelieferte Fahrzeug kostet das Unternehmen Geld. Im ersten Quartal 2026 erzielte die EV-Sparte zwar 19,9 Milliarden Yuan Umsatz, schrieb aber einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Verlust je Fahrzeug.

Speicherchips fressen Smartphone-Margen

Das Kerngeschäft steht unter Druck. CEO Lei Jun berichtet, dass sich die Speicherchippreise für Smartphones verfünffacht haben — bei TV-Speicher ist es sogar das Zehnfache. Xiaomi erwartet, dass dieser Kostendruck noch zwei weitere Jahre anhält.

Das trifft das Unternehmen besonders hart. 62 Prozent der Smartphone-Verkäufe liegen unter 200 US-Dollar — ein Preissegment mit ohnehin dünnen Margen. Jefferies rechnet für 2026 mit einem Rückgang der Smartphone-Margen um fünf Prozentpunkte.

Die Q1-Zahlen zeigen, wie das wirkt: Der bereinigte Nettogewinn sank um 43 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan. Der Gesamtumsatz fiel um 11 Prozent auf 99,14 Milliarden Yuan. Der Smartphone-Umsatz allein brach um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan ein.

Short-Seller auf Rekordniveau

Leerverkäufer bauen ihre Positionen weiter aus und haben Rekordniveaus erreicht. Jede negative Überraschung bei den nächsten Quartalszahlen könnte den Abwärtstrend beschleunigen.

Als möglichen Gegenimpuls nennen Marktbeobachter die geplante Europa-Einführung der Modelle Xiaomi 18 Pro und 18 Pro Max bis Ende September 2026 — früher als üblich, mit Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 6 auf TSMCs 2-nm-Prozess. Offiziell bestätigt hat Xiaomi das bislang nicht.

Der nächste harte Datenpunkt ist der 26. August 2026: Dann veröffentlicht Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal. Entscheidend wird sein, ob der Verlust pro Fahrzeug sinkt und die Auslieferungen wieder Fahrt aufnehmen — genau dort, wo das Wachstumsversprechen bisher am deutlichsten hinter den Erwartungen zurückbleibt.

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