Führungskräfte des chinesischen Technologiekonzerns Xiaomi könnten an einer hochrangigen diplomatischen Reise in die Vereinigten Staaten teilnehmen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtete, steht eine Mitreise von Unternehmensvertretern bei einem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington im Raum.
Der Termin für diese Reise ist für den 24. September angesetzt. Die Zusammensetzung der Delegation war laut Reuters zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht finalisiert.
Die mögliche Einbindung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen seine Präsenz im Premium-Segment forciert und zugleich regulatorische Hürden im Ausland bewältigen muss. Ein solcher diplomatischer Rahmen könnte dem Konzern zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen, während der technologische Wettbewerb im Heimatmarkt weiter zunimmt.
Konkurrenzkampf bei Falt-Smartphones
Im Produktgeschäft treibt Xiaomi den Vorstoß in höhere Preisklassen voran. Der Konzern stellte das Modell Xiaomi 18 Fold vor, das bislang teuerste faltbare Smartphone im Portfolio des Herstellers. Mit diesem Modell fordert das Unternehmen die etablierte Konkurrenz im wachsenden Segment der Faltgeräte heraus.
Die Preisspanne für das Gerät liegt laut Reuters zwischen 10.999 Yuan und 14.999 Yuan. Damit wählt Xiaomi einen spürbaren Abstand zum heimischen Konkurrenten Huawei, der zeitgleich ebenfalls ein neues Spitzen-Faltmodell präsentierte. Dessen Einstiegspreis liegt laut Reuters bei 19.999 Yuan.
Xiaomi setzt mit dieser Preisgestaltung darauf, technologisch anspruchsvolle Geräte unterhalb des Niveaus des wichtigsten nationalen Rivalen zu platzieren. Auf diese Weise versucht das Management, Marktanteile bei margenstarken Premium-Geräten zu sichern und neue Käuferschichten an die eigene Marke zu binden.
Behördliche Prüfung in Indien
Neben den Wachstumsbestrebungen im Smartphone-Sektor belasten behördliche Verfahren die internationalen Aktivitäten. Vor über einem Monat empfahl Indiens Serious Fraud Investigation Office eine detaillierte Untersuchung des Geschäftsmodells von Xiaomi sowie der Einhaltung lokaler Vorschriften für Auslandsinvestitionen.
Medienberichten zufolge könnten dabei unter anderem Eigentümerstrukturen, behördliche Genehmigungen und grenzüberschreitende Geldströme geprüft werden. Xiaomi erklärte gegenüber Reuters, bislang weder eine entsprechende Mitteilung noch eine formelle Aufforderung erhalten zu haben.
Am Aktienmarkt spiegeln die Notierungen die anhaltenden operativen und regulatorischen Belastungen wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 2,93 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang auf 32 Prozent, womit der Titel 55 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.
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