Chinas Staatschef Xi Jinping trifft heute zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Washington ein. Nach Trumps Reise nach Peking im Mai begegnen sich die Staatschefs der beiden größten Volkswirtschaften bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Für die Wirtschaft steht viel auf dem Spiel, denn trotz politischer Spannungen bleibt der bilaterale Markt für viele Konzerne unverzichtbar.
Handel, Zölle und Künstliche Intelligenz
Auf der Agenda der Gespräche bis Freitag stehen drängende Streitpunkte. Neben dem schwelenden Zoll- und Handelsstreit verhandeln die Delegationen über Sicherheitsfragen beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz sowie über globale Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten. Trump empfängt Xi im Weißen Haus mit einem umfangreichen Protokoll, das neben einem Staatsbankett mit hochrangigen Führungskräften der Technologiebranche auch eine Militärschau vorsieht.
Parallel dazu sorgen jüngste geopolitische Schritte Washingtons für Reibung. Eine am Dienstag geschlossene Grönland-Vereinbarung der USA mit Dänemark belastet das diplomatische Umfeld. Trump begründete die Arktis-Abmachung mit amerikanischen Sicherheitsinteressen und warf China und Russland vor, Kontrolle über die Insel erlangen zu wollen.
Hohe Bedeutung für US-Unternehmen
Ungeachtet der Reibungspunkte bleibt die wirtschaftliche Verflechtung eng. In einer Umfrage des US-China Business Council unter 175 US-Unternehmen bezeichneten 95 Prozent der in China tätigen Firmen den chinesischen Markt als wichtig für ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit. Die Wirtschaftsdelegationen beider Staaten hielten bereits im Vorfeld Konsultationsrunden ab, um Differenzen abzufedern und die Handelsbeziehungen zu stabilisieren.
Der Besuch markiert Xis erste Reise in die Vereinigten Staaten seit 2023. Nach dem Abschluss des Programms am Freitag folgen im weiteren Jahresverlauf zwei internationale Großereignisse: das Treffen der Apec-Wirtschaftsführer im chinesischen Shenzhen und der G20-Gipfel in Miami.
